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... denkt der Rat beim Hochwasserschutz um / Jetzt "Kleine Lösung" favorisiert / Kosten von 50 000 auf 5000 Euro gesenkt

Damit Bad Eilsens Kurpark nicht zur Kloake wird ...

Bad Eilsen (tw). Die Gemeinde denkt beim Hochwasserschutz für die Bückeburger Aue und den Kurpark um. Statt der "großen Lösung", welche zwar 25 000 Euro EU-Mittel einbringt, gleichzeitig aber einen Eigenanteil von weiteren 25 000 Euro kostet, soll es nun die "kleine Lösung" werden. Den entsprechenden Beschluss des Verwaltungsausschusses (VA) gab Bürgermeister Horst Rinne (CDU) während der jüngsten Zusammenkunft des Rates im Haus des Gastes bekannt.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 10:28 Uhr

Das zweite Nadelöhr im Kurpark: Weil die Denkmal-Brücke (im Bild

Soll heißen: Die "Notaue" soll bis zum Betonweg bei der Lärchengruppe wiederhergestellt werden; ein entsprechendes "Muster" ist bereits vor einiger Zeit ausgebaggert worden. Gleichzeitig soll die Drainage erneuert werden - mit dem Effekt, dass der Weg bei Starkregen nicht mehr unter Wasser gesetzt wird. "Die Arbeiten", so Rinne, "will Bauhofleiter Bertram Meier gemeinsam mit einem Bauunternehmer aus Helpsen erledigen, der auch beim Kinderspielplatz am Berggarten für uns tätig gewesen ist." Das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises habe ihm, dem Bürgermeister, versichert, dass die Arbeiten im Kurpark nicht ausgeschrieben werden müssen. Die Rechnung, wie sie Rinne aufmacht: fünf Arbeitstage, 5000 Euro. Auch der Rat, von dem sich der Bürgermeister bei Investitionen größer als 2500 Euro Grünes Licht holen muss, hat der Maßnahme zugestimmt. Allerdings: "Die Drainage wird der Wassermassen nicht Herr werden", glaubt Hans-Jürgen Winkelhake (SPD). Sein Vorschlag, den auch Fraktionskollege Manfred Kühn teilt: Die Betonsenke - genauer, den Betonweg - im unteren Teil des Kurparks aufständern, um Spaziergängern die Passage trockenen Fußes möglich zu machen. Der Bürgermeister hält dagegen: "Der Druck des Hochwassers wäre zu stark, die Ständer würden dem nicht Stand halten." Wie auch immer. "Was wir im Ursprung wollten, das war eine schnelle Umflutung des Tuffsteinbrunnens im Kurpark", erinnerte Rinne den Rat. Die aus dem Topf "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" stammenden EU-Mittel, die das Land für den Hochwasserschutz vergibt, sind aber an eine Bedingung gebunden: nämlich, dass weniger der Kurpark sondern vielmehr die Häuser in Buchholz und Heeßen bei einem Jahrhundert-Hochwasser geschützt werden. Dazu jedoch müsste der Kurpark in Teilen vertieft werden um so als Sammelbecken für die Fluten zu dienen. Indes: "Die Brücke an den Tennisplätzen, die unter Denkmalschutz steht und damit nicht verändert werden darf, verhindert den zügigen Abfluss des Wassers", bedauert Rinne. Die Folge: Das Wasser geht in die Breite. "Um Buchholz und Heeßen zu schützen", betont der Bürgermeister, "würden wir im Kurpark also eine Kloake schaffen." Unnötig auch, weil Fachleute inzwischen der Auffassung seien, dass der Schutz für diesen Raum bereits in Höhe der Buchholzer Schlingmühle erfolgen müsse. Ergo, so der Bürgermeister, werde die Gemeinde auf die zugesagten und schriftlich bestätigten EU-Mittel für die "große Lösung" verzichten - und sich wieder ganz auf die "kleine Lösung" konzentrieren: die schnellere Umflutung des Tuffsteinbrunnens, die dem Raum aueaufwärts der Bahnhofstraße dennoch eine "gewisse Entlastung" bringe. "Dafür", so Rinne, "wollen wir die besagten EU-Mittel durch die Samtgemeinde umplanen lassen." (Fern-)Ziel der Gemeinde sei es, dass das Wasser, dessen Abfluss die Brücke behindert, in die weiter aueabwärts gelegenen Schlammteiche geleitet wird.

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