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Andreas Grossmann von der SPD einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten nominiert

„Da müssen wir Mut beweisen“

Emmerthal. „Die letzte sehr konträre Sitzung des Verwaltungsausschusses hat gezeigt, dass wir auf einen harten Wahlkampf zugehen. Sie werden sehen, die Opposition wird versuchen, mich als Person zu beschädigen. Ihre Strategie wird sein: Andreas Grossmann hat die Finanzen der Gemeinde und die Verwaltung nicht im Griff.“ So lautet die Prognose des gestern von der SPD einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten nominierten amtierenden Bürgermeisters des Weserortes.

veröffentlicht am 10.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.03.2014 um 14:05 Uhr

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Mit Bedauern hatte Grossmann vor seiner Nominierung die finanzielle Situation der Gemeinde geschildert. So oft habe er „Nein“ sagen müssen, wenn es um freiwillige Leistungen der Gemeinde gegangen sei. „Wir mussten ja sehen, dass wir überhaupt unsere Pflichtaufgaben erfüllen konnten.“ Und auch der Satz, „das hat doch immer die Gemeinde gemacht, hat keine Gültigkeit mehr gehabt, weil die freiwilligen Leistungen heruntergefahren werden mussten“, erklärte der SPD-Politiker. Auch jetzt könne er keine Entwarnung für die Kostensituation geben, betonte der Kandidat. „Wenn die Zahl der Einwohner weiter abnimmt, müssen die Gebühren zwangsläufig steigen.“ Seit dem Jahr 2007 habe Emmerthal von damals 10 900 Einwohnern jährlich 100 Menschen verloren und werde im Jahr 2025 wohl nur noch 9000 Köpfe zählen.

Sollte Grossmann am 25. Mai erneut zum Bürgermeister gewählt werden, ist eines seiner vorrangigen Ziele, einen Schrumpfungsprozess für die Infrastruktur der Gemeinde zu organisieren. „Da müssen wir Mut beweisen“, erklärte der Kommunalpolitiker, hofft aber darauf, gemeinsam mit Aerzen in ein städtebauliches Entwicklungsprogramm aufgenommen zu werden, mit dem dieser Prozess finanziell erleichtert werden könnte. Dabei denkt Grossmann vor allem daran, die Gelände der alten Zuckerfabrik und rund um das Einkaufszentrum seniorengerecht und barrierefrei weiterzuentwickeln. Die Wirtschaftsförderung werde, wie schon bisher, Chefsache bleiben, kündigte Grossmann an. Potenzial sehe er dabei vor allem im Tourismusbereich.

Dringend müssten schon jetzt Überlegungen angestellt werden, was denn geschehen solle, „wenn 2021 das Kernkraftwerk stillgelegt wird“. Es gehe dabei um 700 Arbeitsplätze in Emmerthal und in der Region, um Kaufkraft und hohe Übernachtungszahlen. „Da müssen wir uns darum kümmern, einen Ausgleich und möglicherweise ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln.“ Ohne Hilfe werde das aber nicht gehen.

Dass er für Emmerthal noch keine mittelfristige Finanzplanung aufgestellt habe, begründete Grossmann mit der Vielzahl anstehender Investitionsprojekte, für die nach der Wahl gemeinsam eine Prioritätenliste erstellt werden müsse. „Erst danach lässt sich sagen, was wann und wie finanziert werden muss.“ In der Diskussion um eine künftige Nord-Süd-Trasse für die Stromversorgung will Grossmann erst noch mehr Informationen abwarten, bevor er tätig werde. Er sei aber in jedem Fall gegen eine Emotionalisierung der Debatte.

Andreas Grossmann, Bürgermeisterkandidat der SPD für Emmerthal, will im Fall seiner Wiederwahl die Gemeinde Emmerthal vor allem seniorengerecht weiterentwickeln und die Wirtschaftsförderung weiterhin zur Chefsache machen.

wft

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