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Verharmlosende Äußerung

Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln

Nirgendwo, außer in der Antarktis, kann man sich noch sicher fühlen vor diesem Feind, den wir nicht sehen können und gegen den wir keinerlei Waffen haben. Wir sind völlig hilflos und können nur noch versuchen, uns vor ihm in unseren Wohnungen, die wir möglichst nicht mehr verlassen und in die wir niemanden hereinlassen, vor ihm zu verstecken.

veröffentlicht am 27.03.2020 um 23:57 Uhr

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Zu: „Krankenhäuser stehen bereit“, vom 21. März


Ja, wir müssen sogar dann noch einige Tage hoffen, dass dieser hinterlistige Feind uns nicht schon längst angesprungen hat und unter unseren Betten schläft, bis er sich am Ende der Inkubationszeit zeigt.

Und in dieser Situation musste ich in dem oben genannten Zeitungsartikel die Meinung des Geschäftsführers des Agaplesion Ev. Bathildiskrankenhaus dazu lesen, wobei mir der Kinnladen herunterklappte: „Ich persönlich glaube, dass die Krisenszenarien ein bisschen übertrieben sind.“ Das sagt nicht etwa ein hirnloser, angeheiterter Teilnehmer einer Coronavirus-Party, sondern der Mann, der verantwortlich ist für eine bestmögliche Vorbereitung auf den zu erwartenden Ansturm auf die paar wenigen Intensivbetten. Und die Redaktion unterstreicht diese Verharmlosung auch noch durch eine Hervorhebung in Fettschrift als vermeintlich zentrale Aussage dieses Artikels und mit einem Porträtfoto des Urhebers. Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Bitte komme mir in diesem Zusammenhang niemand mit „Meinungsvielfalt“ und dem „Grundrecht auf freie Meinungsäußerung“. Dann bin ich ab sofort der Meinung, dass die Weser ab Minden in Richtung Hameln fließt. Nicht jede sprachliche Fehlleistung eines vermeintlichen Insiders muss man auch abdrucken, auch nicht den dümmlichen Vergleich mit der parallel grassierenden Grippe, gegen die wir sehr wohl Waffen haben, die wir nur noch konsequenter einsetzen müssten. Wer müht sich derzeit nicht alles verzweifelt, auch noch den Letzten von der Notwendigkeit der jetzt eingeführten Beschränkungen zu überzeugen. Doch das könnte so auf einen Schlag zunichtegemacht werden. Fröhliche Corona-Partys und Grillfeiern in der bevorstehenden Frühlingszeit!



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