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Zum 100. Geburtstag des Erstflugs eines Hubschraubers enthüllt das Museum einen Nachbau

"Cornu in einer Reihe mit den Brüdern Wright"

Bückeburg (rc). Mit einer fulminanten Enthüllungszeremonie ist im Hubschraubermuseum der Nachbau des ersten flugfähigen Hubschraubers der Welt der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Bei Musik-, Licht- und Nebeleffekten sowie einem kleinen Feuerwerk, inszeniert von Jürgen Apking, fiel schließlich das umhüllende Gazetuch vom "Fliegenden Fahrrad". Die zahlreichen Ehrengäste, unter ihnen Vertreter von Stadt, Landkreis, der Bundeswehr und der Hubschrauberindustrie, bedachten die Zeremonie mit lang anhaltendem Applaus und Bravorufen.

veröffentlicht am 15.11.2007 um 00:00 Uhr

Am Vormittag des 13. Novembers 1907 wagt Paul Cornu den ersten R

Exakt 100 Jahre ist es her, dass dem Franzosen Paul Cornu in den Vormittagsstunden des 13. November 1907 in der Normandie der erste Hubschrauberflug gelang. Mehrere Sekunden und in etwa 30 Zentimeter Höhe schwebte das Fluggerät über dem Boden. Am Nachmittag gelang ein zweiter Flug, der in etwa 1,50 Meter Höhe ging und zusätzlich auch noch den Bruder Cornus in die Luft hob, wie Prof. Dr. Peter Richter in seinem Festvortrag "100 Jahre Hubschrauberflug" schilderte. Rund 27 PS Leistung brachte der Motor, der den Rotor auf 90 Umdrehungen pro Minute brachte. "Mit diesem Flug ist Cornu in eine Reihe mit den Gebrüdern Wright zu stellen, denen 1903 der erste Flug mit einem Flächenflugzeug gelungen war", wertete der Professor die Leistung Cornus. Der Nachbau Cornus hat im Hubschraubermuseum einen Ehrenplatz in der Ausstellungshalle erhalten. Erbaut worden ist er in zigtausenden Arbeitsstunden von ehrenamtlichen Helfern des Museums. Anlass für den Vorsitzenden des Hubschrauberzentrums, Wolfgang Raschke, sich bei den Helfern und den zahlreichen Sponsoren zu bedanken und ihnen kleine Präsente zu überreichen. Nicht ohne auch die Spendentrommel zu rühren: Denn von den 21 000 Euro Materialkosten sind noch 7000 Euro zu finanzieren. In seinem Festvortrag ging Richter neben der geschichtlichen Entwicklung wie etwa die Erfindung des Schlaggelenks im Jahr 1925, mit dem der Rotor gesteuert werden kann -übrigens noch heute Stand der Technik - auch auf die Zukunftschancen des Hubschraubers ein. Die Transportleistung, also das Verhältnis von Nutzlast zu Abfluggewicht, sei kaum noch veränderbar. Lediglich durch die Erhöhung der Fluggeschwindigkeit von derzeit etwa 260 auf 450 Kilometer pro Stundesei noch "einiges machbar". Entsprechende Versuche, etwa mit Tiltrotoren oder dem "Compound", einem Kombinations-Flugschrauber mit Rotor und Vortrieb für Flächenflug, würden derzeit laufen: "Die Wirtschaftlichkeit wird entscheiden." Das 100. Jubiläum und die Enthüllung des Nachbaus hat dem Hubschraubermuseum bundesweite Schlagzeilen und Werbung gebracht: Nachrichtenagenturen und überregionale Tageszeitungen berichteten ausführlich über den Geburtstag.

Wolfgang Raschke
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