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Informationenüber Hafenbau vom Experten - Hafengeschäftsführer Hans-Jürgen Hansch zu Gast in Cammer

Containerboom: "Große Chancen für beiden Seiten"

Bückeburg (bus). Die CDU-Fraktion des Bückeburger Stadtrates hat sich während einer öffentlichen Sitzung in Cammer über die unmittelbar jenseits der Landesgrenze in Aussicht stehenden Bauvorhaben informieren lassen. Auf der westfälischen Seite der Bückeburger Aue plant die Mindener Hafen GmbH (MHG) die Errichtung eines Container-Umschlagplatzes mit angeschlossenem Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereich. Als Informanten hatten die Christdemokraten den bestmöglichen Experten eingeladen: MHG-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hansch.

veröffentlicht am 05.06.2007 um 00:00 Uhr

Hans-Jürgen Hansch (rechts) erläutert das Hafenprojekt, Christop

Hansch erwies sich als sehr gescheiter Werber für das im offiziellen Sprachgebrauch "RegioPort Weser in der Stadt Minden" benannte Projekt. Das Vorhaben umfasst beiderseits des Mittellandkanals einen Flächenbedarf von insgesamt 64 Hektar - und wird in Cammer durchaus kontrovers diskutiert. Die Cammeruner stehen vor allen Dingen einer befürchteten Zunahme des Schwerlastverkehrs äußerst skeptisch gegenüber. In diesem Teilaspekt nahm der Geschäftsführer den Kritikern rasch den Wind aus den Segeln. "Natürlich", unterstrich Hansch, "werden wir dafür sorgen, dass die Lastkraftwagen nicht durch Cammer rollen." Der Berichterstatter hatte den Schilderungen der Erweiterungspläne die Darstellung der aktuellen Entwicklung des Mindener Container-Terminals vorangestellt - eine auf exorbitanten Steigerungen (Containerumschlag 2004: 5000, 2005: 16 000, 2006: 22 400) fußende Erfolgsgeschichte, die das Publikum nicht unbeeindruckt ließ. Etwa 50 Interessierte, Bürgermeister, Baubereichsleiter und Landtagsabgeordneter inklusive, verfolgten die Ausführungen. Angesichts der "fulminanten Entwicklung" und wegen des Ausbaus der Mindener Schachtschleuse, erläuterte Hansch, sei eine Neuorientierung unumgänglich. Die MHG bewirtschaftet in Minden derzeit 31 000 Quadratmeter. "Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir pickepackevoll sind", sagte der Geschäftsführer. Von dieser Woche an erwarten die Betreiber zusätzlich zu den Schiffsfrachten aus Hamburg und Bremen wöchentlich zwei Zugankünfte mit jeweils 80 Einheiten. Darüber hinaus habe die Gesellschaft Anfragen erhalten, Stückgut wie Kohle, Eisenpellets und Glasbruch umzuschlagen. Was jedoch in der Weserstadt nicht möglich und eventuell eine Alternative für den Bückeburger Hafen Berenbusch sei. Hansch: "Wir streben in diesem Bereich eine Zusammenarbeit an." Die müsse zwar "noch ein bisschen wachsen", aber: "Das kriegen wir schon gebacken." Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christopher Wuttke hielt fest, die Zu- und Abfahrt des Schwerlastverkehrs sowie die Qualitätswahrung Cammers als Wohnort im Blick behalten zu wollen. Bürgermeister Reiner Brombach signalisierte, "durchaus für die Erweiterung" zu plädieren. Es müssten allerdings die schützenswerten Belange der Bevölkerung und der Natur berücksichtigt werden. CDU-MdL Joachim Runkel brachte sein Verständnis für den "Wunsch, negative Einflüsse zu begrenzen oder ganz zu vermeiden" zum Ausdruck. Gleichzeitig machte er "große Chancen für beide Seiten" aus. Runkel: "Wir sollten uns bemühen, diese Chancen zu nutzen."



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