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Neues System im Kreiskrankenhaus Rinteln vorgestellt / Ranking-Liste für niedergelassene Ärzte

Computer navigiert bei Kniegelenk-Operation

Rinteln (wm). Im Auto sucht ein Navigationssystem die kürzeste Verbindung zum Ziel. Im Operationssaal des Rintelner Kreiskrankenhauses assistiert ein Navigationssystem seit neuestem Chirurgen bei der Suche nach der optimalen Position für ein Implantat im Kniegelenk. Für Autofahrer übernehmen Satelliten die Positionsbestimmung. Im OP sind das Infrarotkameras, die den Chirurgen unterstützen.

veröffentlicht am 01.03.2007 um 00:00 Uhr

Seit neuestem im Rintelner Krankenhaus im Einsatz: Ein computerg

"Ortho Pilot" heißt das neue System, das jetzt Chefarzt Dr. Peter Jürgensmeier und Oberarzt Dr. Heinrich Schultz gemeinsam vorgestellt haben. Vorteile der neuen Technik mit Kameras, Infrarotmarkern und Bildschirm beim Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes: Sender, die an Instrumenten und am Körper des Patienten befestigt werden, ermitteln laufend die Position der Instrumente wie des Kniegelenkimplantats. Bisher war hier allein das Augenmaß des Chirurgen gefragt. Mit dem neuem System lässt sich die Beinachse millimetergenau bestimmen, entscheidend bei der Positionierung des neuen Kniegelenks. Mit der neuen Navigationstechnik korrespondieren auch die neuen Implantate mit optimiertem Design. Gelenke, die besser sitzen und länger halten. Einfach schon deshalb, erläuterte Dr. Schultz, weil nicht mehr so hohe Scherkräfte auftreten wie bei früheren Implantaten, und das Knie wird gleichmäßiger belastet. Rinteln ist damit im Umkreis das erste Krankenhaus, das mit dieser neuen Technik arbeitet. Die neue Technik, so Dr. Jürgensmeier, eröffne auch neue Möglichkeiten: So lassen sich mit ihr O- oder X-Beine problemloser als bisher gerade stellen. Zwar sollte man mit einer Knieprothese nicht gerade Fußball spielen oder einen anderen Sport betreiben, bei dem schnelle Richtungswechsel nötig sind, was ein Knie besonders belastet - aber Wandern, Schwimmen und Radfahren, so Jürgensmeier, seien kein Problem. Zwar nicht entscheidend, aber trotzdem eine Zeile wert: Den Steuerzahler kostet das rund 40 000 Euro teure System keinen Euro. Ein Unternehmen, das Prothesen herstellt, hat das Gerät dem Krankenhaus zur Verfügung gestellt. Dass in der Chirurgie am Rintelner Krankenhaus ein neuer Wind weht, zeigen auch die Statistik mit rund 30 Prozent höheren Fallzahlen im Monat wie eine verbesserte Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten. Ganz oben auf der Ranking-Liste der Einweisungen in das Rintelner Krankenhaus stehen die Praxen von Dr. Peter Kalbe/Dr. Claus-Joachim Kant, gefolgt von Dr. med. Walter Schratz. Dr. Jürgensmeier wie Dr. Schultz beurteilen die aktuelle Entwicklung am Rintelner Krankenhaus ausgesprochen positiv. Neben Knie- und Hüftoperationen werde vor allem der Bereich der Schilddrüsenoperationen und der Bauchchirurgie weiter ausgebaut, und notwendige Investitionen in die Ausstattung seien vom Landkreis als Träger des Krankenhauses entweder bereits getätigt worden oder ständen unmittelbar bevor. Dr. Jürgensmeier zählte unter anderem auf: Ein neues Instrumentarium für die Kreuzbandchirurgie, ein neues System für Nagelungen, ein Bildwandler und ein mobiles Ultraschallgerät, das auch in Patientenzimmern eingesetzt werden kann, seien vor kurzem angeschafft worden. Das Chirurgenteam mit Dr. Jürgensmeier und Dr. Heinrich Schultz komplettiert seit jüngstem Dr. Karin Huster, die zuletzt in der Unfallchirurgie in Bremerhaven tätig war, aber in Rinteln bestens bekannt ist, weil sie hier ihre Assistenzzeit absolviert hat.

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