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Hundert Prozent Zustimmung für 30-jährigen Anwalt / Horst Sassenberg tritt nach über 16 Jahren ab

Christian Reith ist neuer Vorsitzender der CDU

Obernkirchen (crs). Ob es nun 16 Jahre waren oder 18, das wusste Horst Sassenberg am Ende selber nicht mehr genau. "Eine ganz schön lange Zeit jedenfalls", so bilanzierte er am Montagabend, hat er an der Spitze des CDU-Stadtverbandes Obernkirchen gestanden. Jetzt zieht sich Sassenberg aus der Vorstandsarbeit zurück, ein Jüngerer übernimmt das Ruder: Christian Reith (30) ist von der Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt worden.

veröffentlicht am 01.11.2006 um 00:00 Uhr

Das Führungstrio der CDU Obernkirchen: Der neue Stadtver-bandsch

Erst seit Jahresbeginn lebt der neue CDU-Chef mit seiner Frau und den beiden Kindern in Obernkirchen. Es war der Beruf, der ihn nach Schaumburg holte: Der 30-Jährige ist Rechtsanwalt in der Kanzlei Wittum. Gebürtig stammt Reith aus Rotenburg-Wümme, in Greifswald studierte er Jura, im Sauerland absolvierte er sein Rechtsreferendariat. Politisch aktiv war Reith schon als Schüler in der Jungen Union (JU) - und kurz nach seinem Umzug in die Bergstadt arbeitete er schon aktiv im Wahlkampf der CDU mit. "Die Partei muss und kann stärker werden", bewertete Reith in seiner Vorstellung die traditionell schwache Position der CDU in Obernkirchen als "reizvolle Vorlage". Und formulierte ehrgeizige Ziele: Die 100-Mitglieder-Marke will er in absehbarer Zeit knacken, einen JU-Stadtverband gründen, das "Wir-Gefühl" innerhalb der CDU stärken. Dazu soll den Mitgliedern künftig mehr geboten werden, Exkursionen, Mehrtagesfahrten, Diskussionsveranstaltungen und gesellige Abende will Reith organisieren: "Man kann richtig was erleben mit der Partei, das muss nicht immer nur politisch sein." Erste Aktion in diesem Zusammenhang ist der Fischbrötchen-Stand auf dem Adventsmarkt. Inhaltlich will Reith, der selber für den Stadtrat kandidiert hatte, als frisch Zugezogener aber ohne Erfolg geblieben war, vor allem die Arbeit des Stadtrats kontrollieren. "Die CDU ordnet sich im Rat dem Wohl der Stadt unter", deutete Reith an, dass der Stadtverband ein Auge auf die Durchsetzung christdemokratischer Vorstellungenhaben werde. "Und da werden wir sicherlich nicht die Samthandschuhe anziehen." Des Rückhaltes seiner Partei kann sich Reith dabei sicher sein: Mit 30 Stimmen erreichte er 100 Prozent Zustimmung bei der Mitgliederversammlung. Seine beiden Stellvertreter, Beate Krantz und Martin Schulze-Elvert, fuhren mit je 25 Stimmen ebenfalls solide Ergebnisse ein. "Ich weiß, dass alles in guten Händen ist." Mit diesen Worten verabschiedete sich Sassenberg nach nahezu 25 Jahren aus der Vorstandsarbeit. "Relativ unbelastet" sei sein Entschluss, nicht wieder zu kandidieren, bereits früh gefallen: "Wir haben viele frische Gesichter, der neue Vorstand wird bis zur nächsten Wahl Akzente setzen." Für den alten Vorstand bedankte sich Beate Krantz bei Sassenberg für dessen jahrelanges Engagement: "Du warst immer für Deine Partei da." In seinem ausführlichen Rückblick auf Wahlkampf und Wahlergebnisse zollte Sassenberg insbesondere dem Bürgermeisterkandidaten Martin Schulze-Elvert Respekt. "Du hast in einem intensiven und kräftezehrenden Wahlkampf Großes geleistet", bedankte sich Sassenberg ausdrücklich. Mit 38,1 Prozent und einem Zuwachs von 3,8 Prozentpunkten stehe die Obernkirchener CDU mittlerweile besser da als die traditionell stärkeren Städte Rinteln, Bad Nenndorf oder Bückeburg. "Mit einem Ergebnis, das so aussieht, trete ich gerne ab." Den neu gewählten Delegierten (siehe "Zum Thema") für den heute stattfindenden CDU-Kreisparteitag gab Sassenberg eine klare Wahlempfehlung mit auf den Weg. "Ich kann Sie nur bitten, Dr. Stephan Walter zu unterstützen", machte Sassenberg aus seinen Präferenzen für die umkämpfte Position des Vize-Vorsitzenden keinen Hehl; auch die Kandidatur des Bückeburgers Christopher Wuttke sei unterstützenswert. Der Stadtverband Obernkirchen schlage Martin Schulze-Elvert für ein Vorstandsamt vor: "Es wäre schön, wenn wir ein stimmberechtigtes Mitglied im Vorstand hätten."

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