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Empfindungsvolle Sphären: "Ansbacher Jugendkantorei" gefällt in der Stadtkirche

Chor bietet Dreiklang von Feinsinn, Gesangskultur und Intensität

Bückeburg. Im Zuge ihrer ausgedehnten Tournee durch Deutschland und die Niederlande hat die "Ansbacher Jugendkantorei" auch in der Stadtkirche halt gemacht, um Musikfreunde mit durchweg anspruchsvollen alten und modernen Kompositionen zu erfreuen.

veröffentlicht am 31.08.2006 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Sehr differenziert gingen die sieben Sängerinnen und sieben Sänger zu Beginn Johann Pachelbels "Magnificat" und dessen "Der Herr ist König" (Psalm 99) an und betteten die Zuhörer in den sorgfältig schattierten Ensembleklang ein. Die Leitung des in das Team integrierten Dirigenten, Kirchenmusikdirektor Rainer Goede, wirkte sicher und gleichzeitig anspornend, und so wurden die wenigen kleineren Anfangs-Unsicherheiten schnell abgefangen. Mit beachtenswerter Balance und Intonation widmete sich die Gruppe anschließend den geradezu elegischen Notensprachen von Franz Liszts "Agnus Die" und Max Regers "O Tod, wie bitter bist du". Nach diesen wohllautenden Darbietungen folgten acht der insgesamt zwölf 1978 von Tilo Medek geschaffenen, äußerst schwierig zu realisierenden Sinnsprüche des Angelus Silesius. Wiederum bevorzugte die Formation sanfte Sphären, von denen zudem das wohllautende "Gloria" geprägt war, das der 1952 geborene Amerikaner John van Buren 1996 mit viel Sinn für Lyrik kreierte. In der Zugabe von Max Stanges Psalm "Wo der Herr das Haus nicht bauet", op. 12, fächerte die "Ansbacher Jugendkantorei" das Spektrum poetischer Empfindungen abermals auf, und die Männerstimmen verschmolzen erneut mit den luftigeren Organen der höheren Register. Versteht sich, dass der Dreiklang von Gesangskultur, Feinsinn und Intensität dem Publikum zu Herzen ging. Ergänzend spielte Stadtkirchen-Kantor Siebelt Meier an der Orgel eindringlich formuliert Stücke von Johann Sebastian Bach und Sigfrid Karg-Elert.

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