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Systemfeuerwerk im Trend / Verkauf unterliegt strengen Regeln / Die Tricks Minderjähriger

China-Böller& Co. sind nichts für das Auge

Stadthagen (jcp). Für viele gehört es an Silvester dazu, es mal so richtig krachen zu lassen - und das durchaus im Wortsinne. Der Stadthäger Handel hat in den vergangenen Jahren einen Trend zum gehobenen Geknalle beobachtet. China-Böller& Co. erfreuen sich aber noch immer bei Jung und Alt größter Beliebtheit.

veröffentlicht am 28.12.2007 um 00:00 Uhr

Montag knallt's, heute ist Verkaufsstart für Silvesterkracher: F

"Es wird immer mehr für das Auge gekauft", sagt Michael Raudszus, Marktleiter des Hagebaumarktes in der Dülwaldstraße. "So genannte Batterien sind voll im Trend. Anzünden, und dann passiert der Rest von allein. Das gibt im Grunde denselben Effekt wie bei den klassischen Raketen, ist aber bequemer." Allzu passend die Mengeneinheit, mit der der Inhalt einer Batterie angegeben wird. "Da gibt es 25, 50 und 100 Schuss", erklärt Karsten Fahlbusch. Er ist im Hagebaumarkt in der Werkzeug-Abteilung tätig, übernimmt aber an Silvester gern die Rolle des Feuerwerksspezialisten. Raudszus' Analyse zum Silvester-Kaufverhalten fügt er hinzu: "Die jungen Leute greifen nach wie vor gern zum klassischen Böller und Kanonenschlag. Die Faszination ist ungebrochen." Da diese Begeisterung berüchtigterweise nicht immer ganz ungefährlich ist, unterliegt der Verkauf strengen Regeln. Dazu sagt Edwin Schmidt vom Ordnungsamt Stadthagen: "Die Gesetzestexte zum Thema beinhalten da eindeutige Vorschriften. Verkauf nur an Silvester, sichere Verpackungen, ein Feuerlöscher muss in der Nähe sein, eine Aufsichtsperson für jeden Verkaufsstand ist obligatorisch. Auch darauf, dass der Handel sich an die erlassenen Altersfreigaben hält, sollte natürlich Verlass sein." "Das sind alles absolut vernünftige Einschränkungen, an die wir uns auch gerne halten", sagt Raudszus. "Die Kassierer und Herr Fahlbusch sind dazu angehalten, sich den Ausweis zeigen zu lassen, wenn sie sich beim Alter eines Käufers nicht sicher sind." Dass die Kracher damit nicht in unreife Hände geraten, ist allerdings häufig eine Illusion. Stefan Dünisch ist stellvertretender Marktleiter bei Thomas Phillips. Er kennt die Tricks pubertärer Pyromanen: "Die kommen mit Oma und Opa rein und suchen sich was aus. Da sind dem Handel natürlich die Hände gebunden, das ist dann Sache der Erziehungsberechtigten." Auch Dünisch kennt den Trend zu den Batterien, die er "Systemfeuerwerk" nennt. "Einmal Feuerzeug ran, zurücktreten und in Ruhe zusehen. Als Junge mochte ich auch diese ganz groben Sachen, die einfach nur einmal laut ?Peng' machen. Heute schaue ich mir lieber mit meiner Frau ein Feuerwerk an."



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