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Nachtausgabe: Alix Dudel fasziniert ihre Bückeburger Fans mit einem lebensbuntem Programm

Chansonmeisterin zwischen Witz und Pathos

Bückeburg. Alix Dudel ist eine Meisterin des Chansons. Das bestätigte die Diseuse aus der Landeshauptstadt in der Nachtausgabe von Landes-Zeitung und Volksbank in Schaumburg zu Saisonende überzeugend.

veröffentlicht am 10.05.2007 um 00:00 Uhr

"Darf ich mal durch?" Zum Schluss verlässt die Diseuse aus der L

Autor:

Dietlind Beinßen

"Alles passiert immer mir" hieß Alix Dudels herzhaft angerichtetes Programm aus vielen Jahren Tournee-Erfahrung, welches sie lebensbunt gestaltete. Zur Freude der Zuhörer intonierte die Künstlerin in der ausverkauften Schalterhalle des Kreditinstitutes nämlich fast zwei Stunden lang ein reizvolles Medley, in dem Emotionalesund Frech-Frivoles des hannoverschen Wortakrobaten Friedhelm Kändler neben Klassiker-Varianten von Kreisler bis Hollaender standen. Es waren die Brüche, die Kontraste, die die Sängerin so locker und souverän auslotete, dass gebannte Aufmerksamkeit herrschte: Wer während des Konzerts wirklich unbedingt zur Theke wollte, tat das auf leisen Sohlen. Vom bösen Witz zum sentimentalen Pathos - manchmal ist es nur eine Zeile entfernt, und auch dazwischen kann sich noch eine Menge abspielen. Die Diva kostete diese Bereiche mit Wonne aus. Ihre Lieder, Gedichte und Geschichten, die sich zum größten Teil aus den verstiegenen Phantasien des Friedhelm Kändler speisten, sind Frust, Liebe, Sehnsucht, Tod und Spott - ein Bad in Lust, Ironie und skurrilem Sarkasmus. Alix Dudels Fähigkeit, zugleich Stimmakrobatin und Geschichtenerzählerin mit Bühnenpräsenz zu sein, hinderte ihren Piano-Begleiter Peter Müller allerdings nicht daran, ebenfalls ins Rampenlicht zu rücken. Er machte sämtliche Eskapaden klangvoll mit. Im raffinierten, hautengen dunklen Abendkleid trug die Chanteuse ihre hintersinnigen Histörchen übrigens nicht vor, sondern stellte sie mit dunklem Timbre - mal dramatisch, mal im Plauderton - dar: unter anderem vernahm man Kreislers freches, schnelles "Geben Sie acht", Kändler/Tarkmanns tragikomisches "Ich geh ins Wasser" und die augenzwinkernde "Rettich-Arie", Günter Neumanns melodramatische "Enthüllung einer Striptease-Tänzerin" oder dessen übermütigen "Neandertaler" sowie Hollaenders zweideutiges "Wenn ich mir was wünschen dürfte". Den Bückeburger Fans schien die Show der Diva tüchtig zu munden, denn sie erklatschten sich gleich drei Zugaben, sogar das publikumsnahe "Darf ich mal durch?", einen Dudel-Hit.



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