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"Siga" und Job-Center bieten Modell von Beschäftigung plus Qualifikation / Schon 48 Teilnehmer

Chance für Arbeitslose mit Gesundheitsproblemen

Landkreis (jl). Seit etwas mehr als einem halben Jahr kann das Job-Center Schaumburg Arbeitslosen mit gesundheitlichen Einschränkungen Ein-Euro-Jobs anbieten, die mehr als nur Beschäftigungstherapie sind. Eine erfolgreiche Kooperation mit der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (Siga) macht ein Modell von Beschäftigung plus Qualifikation möglich, von dem mittlerweile 48 Frauen und Männer profitieren.

veröffentlicht am 30.10.2006 um 00:00 Uhr

"Wir haben von Anfang an auf Qualifikation und nicht nur auf die Schaffung von Ein-Euro-Jobs gesetzt", betonte Bernd Dittmer, der stellvertretende Geschäftsführer des Job-Centers, in einem Pressegespräch. Denn die Angebote an die Kunden seien kein Selbstzweck, sondern hätten das Ziel der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt. Begonnen habe das mit den jugendlichen Kunden, und seit März dieses Jahres gebe es ein Angebot für Menschen mit besonderen Problemen. Das seien gesundheitliche Einschränkungen und das Alter "50 plus". Diese Menschen hätten es besonders schwer auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Bei dieser Beschäftigungsinitiative arbeitet das Job-Center mit der Siga und der VHS zusammen. Im März hat nach den Worten von Projektleiter Joachim Peters eine Testphase mit zunächst 24 Teilnehmern begonnen. Der Test war erfolgreich, und deshalb betreuen "Siga" und VHS seit August 48 Menschen. Sie arbeiten im Büro des Vereins auf dem Alcatel-Gelände, in der Möbel-Werkstatt sowie im Lager. Eine Woche pro Monat drücken sie bei der VHS die Schulbank. Dabei werden laut Peters und VHS-Direktorin Undine Rosenwald-Metz "neue Qualifikationen freigelegt und alte aufgefrischt". In der Volkshochschule gibt es einen ständigen Wechsel zwischen Frontalunterricht und Projektarbeit. Ein aktuelles Projekt ist ein Film über die "Siga", die in dieser Woche ihr zehnjähriges Bestehen feiert. "Dabei lernen sie genau, was sie brauchen: Recherche, Präsentationsfähigkeiten, Termine machen und Gespräche führen", betonte Rosenwald-Metz. Außer dem ganz normalen Unterrichtsstoff spielt im Theorieteil auch Bewerbungstraining eine große Rolle. Auch beim praktischen Teil geht es um mehr als handwerkliche oder organisatorische Fähigkeiten. Die "Siga" lotet laut Peters in den maximal neun Wochen bei den Teilnehmern möglichst genau aus, für welche Jobs im Arbeitsmarkt diese in Frage kommen. Dazu gebe es einen intensiven Austausch mit dem Job-Center, das für dieses Projekt einen Vermittler abgestellt hat, der vom Alcatel-Gelände aus arbeitet. Die Kundschaft fühlt sich in diesem Projekt nach Angaben der Macher pudelwohl. "Am liebsten würden viele bei der ,Siga' bleiben", drückte Vorsitzender Rudolf Krewer seine Eindrücke aus mehreren Begegnungen aus. "Es sind hervorragende Menschen", meint Peters. Deshalb hat die "Siga" bereits drei ihrer ehemaligenKunden fest eingestellt. Das große Plus seien die Erfahrungen und die Zuverlässigkeit dieser Leute. Insgesamt sechs haben bis jetzt feste Arbeitsplätze gefunden.

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