weather-image
19°
×

Cemag-Gruppe meldet Insolvenz an - 400 Mitarbeiter betroffen

Hameln (TT). Das ist ein wirtschaftlicher Paukenschlag: Der international tätige Anlagenbauer Cemag aus Hameln hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Geschäftsführer Ali Memari Fard exklusiv gegenüber der Dewezet. Für acht verschiedene Firmen der Gruppe sind Freitagmittag beim Amtsgericht Hameln Insolvenzanträge eingereicht worden. Davon betroffen sind die Cemag Holding, die Cemag-Töchter sowie andere Gesellschaften der Gruppe - insgesamt betrifft der Insolvenzfall 400 Mitarbeiter. Nicht betroffen ist die Schwestergesellschaft MEM-Bau GmbH. Cemag steht für einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro. Fard erklärte, dass die Unternehmen der Cemag-Gruppe nicht mehr liquide seien und deshalb die Insolvenz angemeldet werden musste.

veröffentlicht am 19.07.2009 um 14:25 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Hameln/Dessau (TT). Das ist ein wirtschaftlicher Paukenschlag: Der international tätige Anlagenbauer Cemag aus Hameln hat Insolvenz angemeldet. Davon betroffen sind 400 Mitarbeiter. Das bestätigte Geschäftsführer Ali Memari Fard gegenüber der Dewezet.

Für acht verschiedene Firmen der Unternehmensgruppe sind Freitagmittag beim Amtsgericht Hameln Insolvenzanträge eingereicht worden. Davon betroffen sind die Cemag Holding, die Cemag-Töchter sowie andere Gesellschaften der Gruppe - insgesamt betrifft der Insolvenzfall 400 Mitarbeiter. Nicht betroffen ist die Schwestergesellschaft MEM-Bau GmbH.

Fard erklärte, dass die Unternehmen der Cemag-Gruppe nicht mehr liquide seien und deshalb die Insolvenz angemeldet werden musste. Fard: „Wir haben etwas über 20 Millionen Euro an Zahlungseingängen von unseren Kunden nicht erhalten. Deshalb sind wir zahlungsunfähig.“ Man habe in den letzten Tagen mit den beteiligten Banken gesprochen – „doch die Banken wollten uns keine Zeit mehr geben.“ Die ausstehenden Millionenzahlungen von Kunden hängen nach Fards Darstellung mit der globalen Wirtschaftskrise sowie einem problematischen internationalen Vertragsrecht zusammen. Für vier Projekte habe Cemag Maschinen konzipiert, entwickelt, gebaut und geliefert – doch die Kunden zahlten mit Verzögerungen. Das größte Projekt betreffe einen europäischen Kunden, rund fünf Millionen Euro ausstehender Zahlungen hingen mit der aktuellen politischen Lage im Iran zusammen.

Die Insolvenz der Cemag-Gruppe hat am Wochenende die Politik und die Gewerkschaften auf den Plan gerufen: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller und die IG Metall haben den 400 Mitarbeitern des insolventen Anlagenbauers ihre Unterstützung angeboten. Bislang gibt es in der Firmengruppe keinen Betriebsrat, die Unternehmen gelten als deutlich hierarchisch organisiert. Lösekrug-Möller sagte am Sonntag im Gespräch mit der Dewezet: „Wir appellieren an die Belegschaft, sich jetzt zu organisieren. Es ist nie zu spät dafür, einen Betriebsrat zu gründen.“ Sie selbst sei „jederzeit gesprächsbereit und hilfsbereit“. Auch Jutta Krellmann von der IG Metall richtete an die Adresse der Cemag-Mitarbeiter: „Wir möchten ihnen helfen. Die Belegschaft muss sich nur bei uns melden. Wenn die Belegschaft sagt, sie möchte eine Betriebsversammlung mit unserer Hilfe organisieren, dann machen wir das. Egal wann, wir sind für die Mitarbeiter da.“

Die Cemag-Gruppe beschäftigt sich mit dem Bau von Großanlagen für die Zement-, Stein- und Erdenindustrie. In den letzten Jahren vermeldete die Unternehmensgruppe mehrfach weltweite Erfolge mit Großaufträgen.

 



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Anzeige