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Fahrt nach Bohmte bei Osnabrück geplant / Durchgangsstraße ohne ein einziges Verkehrsschild

CDU will Schilderwald in Rinteln durchforsten

Rinteln (wm). In Rinteln soll der Schilderwald gerodet werden: CDU-Ratsherr Dr. Dietmar Nolting hatte das Thema auf die Tagesordnung, CDU-Fraktionschef Dr. Marc Lemmermann es jetzt zu Papier gebracht. Anzustreben sei eine "weitestmögliche Abschaffung von Ampelanlagen und Verkehrsschildern nach dem Modell Shared Space - von allen gemeinsam genutzter Raum".

veröffentlicht am 31.03.2007 um 00:00 Uhr

Ob ein Autofahrer die geballte Information am Straßenrand im Vor

Wie dieses Modell funktionieren könnte, sollen sich Rintelns Ratsherren und die Ortsbürgermeister gemeinsam in Bohmte in der Nähe von Osnabrück anschauen - so beschlossen im Finanzausschuss. In dieser 13 500-Einwohner-Stadt wird eine von Verkehrsschildern freie Durchgangsstraße derzeit als Förderprojekt der Europäischen Union erprobt. Ein Modell, für das sich Lemmermann begeistert, der in seinem Antrag an Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz das Projekt erläutert: Es verfolge den Grundsatz, dass der "Verkehr wieder in das soziale Leben integriert und seine Regulierung in die Selbstverantwortung der Bürger zurück gegeben werden muss". In die Planung eines solchen Modells für Rinteln sollten von Anfang an Politiker, der Fachausschuss und auch die Bürger, beispielsweise in Form einer Steuerungsgruppe, mit einbezogen werden, schlägt Lemmermann vor. Im Landkreis Osnabrück sind zunächst im ersten Schritt rund 1400 Verkehrsschilder in zehn Gemeinden "entsorgt" worden. In Bohmte soll im Zentrum auf alle Verkehrsschilder verzichtet werden. Vater dieser Idee ist der niederländische Verkehrsplaner Hans Monderman, der die Auffassung vertritt: Je mehr Regeln es gibt,desto mehr geht das auf Kosten der Fußgänger und Radfahrer. "Das einzige, was ich als Autofahrer wissen muss, wenn ich in eine Innenstadt hineinfahre, ist, dass es eine Stadt ist." Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder wies darauf hin, dass es die Politik sei, die hier oft zwiespältig reagiert. Es vergehe kaum eine Ortsratssitzung, in der nicht neue Schilder gefordert würden. Beispiel Exten, Behrenstraße, Beispiel Deckbergen, wo die Osterburgstraße verkehrsberuhigt werden soll, Beispiel Dingelstedtwall: Es gibt kaum eine andere Straße, die faktisch derart verkehrsberuhigt ist - auch ohne neue Schilder.

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