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Beim Neujahrsempfang wettert Otto Deppmeyer gegen SPD-Bürgermeisterkandidaten

CDU eröffnet Wahlkampf

Salzhemmendorf. Für Clemens Pommerening war es eine Premiere: Der Neujahrsempfang des CDU-Gemeindeverbands war der erste offizielle Termin für den Wallenser, der als parteiloser Bürgermeisterkandidat zwar unabhängig bleiben will, aber von den Christdemokraten unterstützt wird. Dass die gesellige Runde im Okal-Café Lauenstein gestern zugleich den Wahlkampf eröffnete, lag allerdings nicht an dem eher zurückhaltend auftretenden 46-Jährigen, der zurzeit stellvertretender Verwaltungschef der Gemeinde ist. Es war der Landtagsabgeordnete Otto Deppmeyer, der ans Mikrofon eilte und auf seine Art den Wahlkampf eröffnete.

veröffentlicht am 27.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.03.2014 um 14:38 Uhr

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Zuvor war es um die Finanzen der verschuldeten Gemeinde gegangen. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Gemeinderat und Vorsitzende des Finanzausschusses, Friedrich Lücke, verwies auf über fünf Millionen Euro Schulden, die sich bis 2017 anhäufen werden, plus 15 Millionen Altschulden, die Salzhemmendorf vor sich her schiebe. Ohne den Namen des SPD-Bürgermeisterkandidaten Karl-Heinz Grießner zu nennen, sagte Deppmeyer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Hameln-Pyrmonter Kreistag, jeder wisse doch, wie „diese Schulden entstanden“ sind. Er, der schon damals, vor 28 Jahren, Kreistagsmitglied gewesen sei, könne sich noch gut an die Vorgänge in Salzhemmendorf erinnern – gemeint war die Kurpleite. „Da war eine Person, die dabei im Mittelpunkt stand. Und als das den Bach runterging, da ging diese Person mit 40 in den Ruhestand“, wetterte Deppmeyer: „Und mit 65 will die Person jetzt hauptamtlicher Bürgermeister werden.“

Pommerening hatte sich zuvor weniger angriffslustig gegeben. „Egal, wer gewinnt, die Probleme werden die gleichen sein.“ Der demografische Wandel und die knappen Finanzen machten es nötig, gemeinsam zu agieren. „Ich möchte keine einsamen Entscheidungen treffen“, sagte Pommerening, der den Bürgermeister als Integrationsfigur sieht.

Für die Wahl am 25. Mai rechne er sich gute Chancen aus, zumal er in den vergangenen 15 Monaten „eine Art Probezeit“ absolviert habe. Er vertritt den erkrankten Bürgermeister Martin Kempe, mit dessen Rückkehr „nicht mehr zu rechnen“ ist, so Pommerening. Er selbst habe sehr schnell und intensiv die Amtsgeschäfte übernehmen müssen – und habe dabei auch gesehen, „dass man etwas und wie man etwas bewegen kann“.

Das Schiff fahre, was nicht nur an einer Person liege, sondern auch die Mannschaft stimme: „Ich würde diese Tätigkeit gerne in den kommenden sieben Jahren weiterführen.“ Diesem „jungen und parteilosen“ Kandidaten zur Bürgermeisterwahl sicherten für den CDU-Gemeindeverband Vorsitzender Eckhard Füllberg und für die Junge Union Eric Möhle volle Unterstützung zu.

Lücke sagte mit Blick auf den neuen Haushalt (das Defizit liegt bei 693 000 Euro), in der Frage nach der Zukunft der Bäder stehe die CDU „für vernünftige Lösungen“ zur Verfügung – „nicht aber für Abenteuer und andere Träume“. An den Landkreis gerichtet, schickte Lücke den Appell, er hoffe, dass der den Kommunen einen „erheblichen Zuschuss“ bei den Kita-Gebühren zahle. Es sei nicht mehr länger hinnehmbar, dass die Gemeinde trotz guter Wirtschaftslage erneut ihren Haushalt nicht ausgleichen kann. „Ich weiß nicht, wie das werden soll, wenn die Konjunktur einen Schnupfen oder gar eine Lungenentzündung bekommt“, so Lücke.

Mit der Großen Koalition und der Landespolitik befasste sich in einem launigen Vortrag, der auch für ein starkes Europa warb, Gastredner Reinhold Hilbers, haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag. Der hatte die Anfahrt bei eisigem Winterwetter auch aus Nordhorn nicht gescheut.

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