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Zwangsversteigerungsverfahren geht weiter / Ungewisse Zukunft für die ehemalige Dorf-Disco

"Cammer 26" - kein Gebot in der zweiten Runde

Cammer (kk). Was wird aus der ehemaligen "Discothek Cammer 26"? Diese Frage beschäftigt schon seit Jahren die Nachbarn, seit einiger Zeit auch den Mieter des Gebäudes an der Friller Straße. Doch eine Antwort gibt es auch nach dem zweiten Zwangsversteigerungstermin im Bückeburger Amtsgericht nicht: Es wurde kein Gebot abgegeben. Das Verfahren geht nun auf Antrag des Hauptgläubigers, der Deutschen Bank, in die nächste Runde. Mehrere hunderttausend Euro sind als Grundschuld zugunsten der Bank im Grundbuch eingetragen, auf 100 000 Euro setzte ein Gutachter den Verkehrswert der Immobilie fe st.

veröffentlicht am 01.08.2008 um 00:00 Uhr

Ungewisse Zukunft: "Cammer 26". Foto: kk

Von prickelnder Versteigerungsatmosphäre war im Saal nichts zu spüren, die direkten Verfahrensbeteiligten waren die meiste Zeit unter sich. Potenzielle Bieter ließen sich - trotz Voranfragen - zunächst nicht blicken. Als dann doch einige Interessenten auftauchten, konnten die sich aber trotz intensiver Beratungen untereinander aufdem Gerichtsflur nicht zum Gebot durchringen. Die "Cammeruner" verfolgen seit Jahren das Schicksal des ehemaligen In-Lokals teils skeptisch, teils interessiert. Erinnerungen an nächtliche Belästigungen zu (längst vergangenen) Disco-Zeiten sind noch immer wach. Wie Ortsbürgermeister Friedrich Rösener hoffen die meisten Dorfbewohner auf eine "nach- barschaftsfreundliche" Lösung für das Gebäude. Rösener auf Anfrage unserer Zeitung: "Wir würden uns freuen, wenn wieder was Vernünftiges draus wird." Rösener stellte klar, dass es zurzeit aus seiner Sicht keinerlei Probleme mit dem Gebäude gibt. Zumindest von außen werde es in Schuss gehalten. Im Inneren sieht das ganz anders aus:Über die marode Bausubstanz, abgängige Elektrik und geborstene Heizungsrohre ärgert sich Mieter Boris Sazewa. Er war auch beim Versteigerungstermin anwesend, ist auch durchaus an dem Gebäude interessiert, will aber abwarten. Denn: Eine Sanierung lohne sich nur dann, wenn mit ganz spitzem Bleistift gerechnet würde. Entsprechend niedrig müsse der Kaufpreis ausfallen. Seit 2007, seit das Gebäude unter Zwangsverwaltung steht und Teil eines Insolvenzverfahren ist, hält sich Sazewa wegen der ungewissen Aussichten mit eigenen Investitionen zurück. Zur Zeit nutzt er die ehemalige Gaststätte als Lagerraum. Langfristig kann er sich das Objekt aber auch im Zusammenhang mit "sanftem Tourismus", zum Beispiel Fahrradreisen, vorstellen - natürlich im Einvernehmen mit den Nachbarn. Letzter Eigentümer des Gebäudes an der Friller Straße mit der namengebenden Hausnummer 26 war der in der Region recht bekannte Gastronom Heinz Eichler. Als der 2007 Insolvenz anmelden musste, wurde das Zwangsversteigerungsverfahren für "Cammer 26" angestrengt.

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