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«Das wird sehr, sehr geil»

BVB dank Alcácer als Erster zum Gipfel

Dortmund (dpa) - Paco Alcácer hatte Borussia Dortmund gerade zurück an die Tabellenspitze geschossen und die Arena zum Beben gebracht, da dachten alle Dortmunder nur noch an den Gipfel in München.

veröffentlicht am 30.03.2019 um 19:19 Uhr
aktualisiert am 03.04.2019 um 18:21 Uhr

Dortmunds Paco Alcacer und Axel Witsel (l) bejubeln das späte 1:0 gegen Wolfsburg. Foto: Ina Fassbender/dpa

Autor:

Holger Schmidt und Heinz Büse, dpa

«Deutscher Meister wird nur der BVB», sangen die Dortmunder Fans nach dem 2:0 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg und forderten aus nahezu 80.000 Kehlen: «Zieht den Bayern die Lederhosen aus». Durch das gleichzeitige 1:1 der Münchner in Freiburg kehrten die Dortmunder nach drei Wochen wieder zurück auf Platz eins und fahren als Tabellenführer zum Spiel der Spiele in der Fußball-Bundesliga.

Auch Mario Götzes Stimme überschlug sich fast, als er auf das direkte Duell der Titel-Aspiranten am kommenden Samstag angesprochen wurde. «Wir haben noch sieben wichtige Spiele. Das wird das wichtigste», sagte der in drei Jahren bei den Bayern nie richtig glücklich gewordene Götze: «Das wird sehr, sehr geil.»

Und dann dachte er auch noch an seinen Freund Marco Reus, der das Spiel wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes verpasst hatte: «Er freut sich bestimmt sehr. Über sein Baby und auch über den Sieg.» Dass Reus auf das Spiel trotz des Titel-Kampfs verzichtete, konnte Trainer Lucien Favre verstehen: «Das ist wichtiger als ein Fußball-Spiel.»

Ohne den Kapitän hatten die Dortmunder aber seltsam behäbig und einfallslos agiert. Doch dann zeigten sie wieder einmal ihre überragende Mentalität. Alcácer traf zweimal in der Nachspielzeit (90.+1/90.+4). Neun Tore haben die Westfalen nun schon in der 90. Minute oder danach geschossen.

«Das ist ein bisschen glücklich, aber auch Qualität», sagte Götze. «Wir haben den Glauben, dass wir immer noch ein Tor machen können», sagte Sportdirektor Michael Zorc: «Selbst wenn das Spiel so zäh verläuft wie heute.» Es sei «sicher ein besseres Gefühl, als Tabellenführer nach München zu fliegen», erklärte der langjährige BVB-Kapitän: «Ich glaube aber nicht, dass dort eine Entscheidung fällt. So oder so.»

Im Falle eines Sieges hätten die Dortmunder sechs Spiele vor dem Saisonende aber fünf Zähler Vorsprung. Und der Druck liegt nun wieder auf den Münchnern, nachdem diese nach neun aufgeholten Punkten psychologisch im Vorteil schienen.

Am Samstag drehte sich das Stimmungsbild. In Dortmund herrschte wieder Euphorie, von der sich nur Favre nicht so recht anstecken ließ. «Wir genießen den Sieg, der sehr schwer war», sagte er betont nüchtern: «Ab Sonntag denken wir ein bisschen an die Bayern. Es sind noch sieben Meisterschafts-Spiele und das ist das nächste.»

Dass am Samstag ausgerechnet Alcácer zum Matchwinner wurde, war eine kuriose Pointe. Denn der Spanier war in den 90 Minuten zuvor überhaupt nicht im Spiel gewesen, schien lethargisch, verbreitete kaum Gefahr. Favre dachte nach eigener Auskunft dennoch nicht daran, ihn auszuwechseln. «Das war absolut kein Gedanke», versicherte er: «Zu keiner Minute. Wir wollten ja unbedingt gewinnen.»

Und so schoss Alcácer wie beim 4:3 in der Hinrunde gegen Augsburg per Freistoß ein goldenes Tor, ehe er nach einem Konter ein zweites Mal traf. Mittelfeld-Stratege Axel Witsel hat einen Spitznamen für seinen Kollegen. «Ich nenne ihn El Matador», sagte der Belgier schmunzelnd: «Im Sinne von Killer.» 



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