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Renaturierte Aue und Donalies-Stein sind die Schwerpunkte der Meinsen-Warberaner Ortsbegehung

Bursche erweist sich als prima Schattenspender

Meinsen/Warber (bus). Der renaturierte Abschnitt der Bückeburger Aue und die an der Riehestraße gelegene Gedenkstätte "Donalies-Stein" haben die Schwerpunkte der 2008er Ortsbegehung Meinsen-Warber gebildet. Startpunkt der vom Ortsrat organisierten Wanderung war das Hofensemble der Familien Knoll und Dierssen (An der Tränke 4); den Abschluss feierten die etwa 40 Teilnehmer auf dem Reiterhof der Familie Vauth.

veröffentlicht am 05.06.2008 um 00:00 Uhr

Der Weg führt die Ortsbegeher in die Bückeburger Niederung. Nur

Den Besitzern des aus drei Hauptgebäuden bestehenden "Tränke-Ensembles" waren wenige Stunden zuvor vom Schaumburg-Lippischen Heimatverein Verdienste um den Erhalt historischer Bausubstanz bestätigt worden. Vereinsvertreter, die den hohen Stellenwert der Gebäude in der Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte würdigten, hattendas Engagement der Eigentümer als bemerkenswerten Beitrag zur Erhaltung schaumburg-lippischen Kulturgutes gewürdigt. Als sichtbare Zeichen der Anerkennung dienen künftig Plaketten in Form eines Wappenschildes mit Nesselblatt und lippischer Rose. Am naturnah wiederhergestellten Aue-Abschnitt informierte Wolfhard Müller über Details des 140 000-Euro-Projekts. Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Bückeburger Niederung stellte vor allen Dingen biologische Aspekte der Umwandlung der zuvor kanalförmig gestalteten Strecke in ein natürlich mäanderndes Gewässer heraus. Im Förderverein, der das Vorhaben federführend betreut und finanziert hatte, seien aber auch Belange des Hochwasserschutzes bedacht worden, erläuterte der Experte. An der Riehestraße erfuhren die Ortsbegeher allerhand Wissenswertes um den Kommandeur des Westfälischen Jägerbataillons Nr. 7, Georg Donalies, und dessen Burschen Ernst Klare. Der Meinser Landwirt hatte, anders als sein im August 1914 an der Westfront gefallener Vorgesetzter, die Kämpfe des Ersten Weltkrieges relativ unbeschadet überstanden. Aus Dankbarkeit, dem Schicksal des Majors und vieler seiner Kameraden entgangen zu sein, setzte Klare den Gedenkstein. 2006 erweckte die Reservistenkameradschaft Meinsen-Warber-Rusbend das Denkmal aus dem Dornröschenschlaf. Dass der Bückeburger Jäger seinerzeit zugleich etliche Pappeln und Eichen in die Erde setzte, kam jetzt den Wandersleuten zugute: Die Bäume erwiesen sich bei hochsommerlichen Temperaturen als prima Schattenspender, unter denen es sich prächtig rasten ließ. "Ein weitsichtiger Bursche, dieser Klare", meinte Rudi Beier. Der Ortsbürgermeister hatte, nicht weniger weitsichtig als Klare, an mehreren Stationen der Wegstrecke kühle Erfrischungsgetränke deponiert. Gemeinsam mit Beier kümmerten sich dessen Stellvertreter Gudrun Vauth und Dieter Wilharm-Lohmann um das leibliche Wohl der Teilnehmer. Scheies Ortsbürgermeister Friedrich Meyer steuerte eine per Milchkanne transportierte Flasche Schnaps zum Gelingen bei. Städtischerseits war kein Beitrag zu registrieren - die Verwaltung hatte auf die Entsendung eines Vertreters verzichtet.

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