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Fenster der Stiftskirche werden schrittweise saniert / Helfer gesucht

Buntes Glas sorgt für die Lichteffekte

Obernkirchen (sig). Kunstvolle Glasmalereien gereichen jedem Gotteshaus zur Zierde. Sie machen einen nicht geringen Teil der Anziehungskraft einer Kirche aus, verleihen ihr Würde und beeindrucken durch die filigrane künstlerische Gestaltung. Leider bleiben sie nicht über die Jahrhunderte hinweg unbeschadet erhalten. Das trifft jetzt auch die evangelische Gemeinde, die ein notwendiges Sanierungsprogramm in Gang setzen musste.

veröffentlicht am 05.06.2008 um 00:00 Uhr

Nicht ohne Grund hatte deshalb der Vorsitzende des Fördervereins der Stiftskirche, Dr. Hermann Müntinga, den Kunstmaler Wilhelm Peters aus Paderborn eingeladen. Dieser Experte leitet seit in der dritten Generation die Geschicke seiner weltweit künstlerisch tätigen Firma. Seine 70 Mitarbeiter stellen nicht nur Glasflächen bis zu sechs Meter Länge her, sondern restaurieren auch Fenster historischer Bauwerke wie beim Berliner, Würzburger und Altenberger Dom sowie bei den Kathedralen in Sevilla und Girona. Im heimischen Raum arbeiteten die Glasmaler bereits an der Bückeburger Stiftskirche sowie in der katholischen Kirche St. Josef und im Stift in Obernkirchen. In einem Vortrag behandelte der Gast die Kunst der Glasmalerei und unterstrich, dass buntes Glas einen Raum in sich immer wieder veränderndes Licht hüllen kann. Die Fenster der Stiftskirche stammen aus dem 19. Jahrhundert und zeugen laut Peters von großer Liebe zum Detail, die sich erst beim genaueren Hinsehen erschließt. Während eines Rundganges durch das Gotteshaus betrachtete man gemeinsam die Glasmalereien. Wilhelm Peters empfahl den Teilnehmern, die Stiftskirche mit einem Fernglas aufzusuchen. So könnten sie sich genauer die Einzelheiten der figürlichen Gestaltung betrachten. Eines der Kirchenfenster an der Nordseite wurde bereits demontiert und soll im Rahmen einer Studie renoviert werden. Als Ergebnis soll dabei ein Konzept für die komplette Sanierung aller Fenster herauskommen. Ein Steinmetz kümmert sich um den Sandstein an der Fensteraufhängung. Finanziell sind diese Arbeiten aufwendiger als die Sanierung der Glaselemente. In der zweiten Junihälfte werden die gesamte Nordwand und der Altarraum eingerüstet. Gleichzeitig stehen jetzt eine Reihe weiterer Renovierungsmaßnahmen an. Deshalb wurden Kanäle im Fußboden verlegt, elektrische Leitungen erneuert, Podeste demontiert und Heizungsanschlüsse verändert. Um Kosten zu sparen, hofft die Kirchengemeinde auf weitere ehrenamtliche Helfer. Nach Möglichkeit sollen in Eigenleistung die anstehenden Malerarbeiten erfolgen. Dazu kommen das Ausbessern des Putzes, die Montage der neuen Leuchten, der Neubau eines Stuhllagers und die Änderungen an den Podesten. Wer nur ebenerdig arbeiten kann, ist ebenso willkommen. Außerdem muss sich ja auch jemand um die Verpflegung des Teams kümmern. Anfragen sind an den Vorsitzenden des Bauausschusses zu richten. Ralf Schönbeck ist unter der Rufnummer 0177-2777676 zu erreichen.

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