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Braunschweiger Schloss-Arkaden bessern dagegen schon nach: Reklameschriften demnächst nur in Weiß

Bunte Leuchtwerbung ist ECE in Hameln erlaubt

Hameln (ni). Die Stadt Braunschweig hat dem ECE-Management ein Zugeständnis abgerungen: Statt in allen Farben des Regenbogens sollen die Werbebotschaften an der Fassade der Schloss-Arkaden demnächst nur noch in dezentem Weiß leuchten. So viel wohltuende Zurückhaltung ist bei der ECE-Stadt-Galerie in Hameln zunächst einmal nicht zu erwarten. Nach den Buchstaben des zwischen der Stadt und ECE geschlossenen städtebaulichen Vertrages darf es selbst an der denkmalgeschützten Barockfassade des Kreishauses am Pferdemarkt ruhig kunterbunt zugehen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 11:21 Uhr
aktualisiert am 08.02.2013 um 14:44 Uhr

Die 30 000 Quadratmeter Verkaufsfläche der Braunschweiger Schloss-Arkaden verstecken sich zum Teil hinter der rekonstruierten Fassade des Welfenschlosses, die sich gänzlich werbefrei präsentiert. An dem westlich anschließenden ECE-Neubau dagegen waren Schriftzüge und Logos in den jeweiligen Firmenfarben erlaubt. Vor allem in der Dunkelheit strahlten sie um die Wette - und stehen im krassen Widerspruch zu der schönen Computer-Simulation, mit der ECE die Braunschweiger von dem Neubau-Entwurf überzeugen wollte. Sie zeigte neben der Sandsteinfassade des Schlosses eine elegante, zurückhaltende Kaufhausfassade, in deren Glasfronten sich das Grün des Stahlskelettes sanft wiederspiegelte. Die Wirklichkeit beiEröffnung der Schloss-Arkaden sah anders aus und lieferte nach den hitzigen Debatten in der Planungsphase des umstrittenen Projektes erneut Stoff für heftige Diskussionen. Selbst erklärten Befürworter des Shoppincenters wurde es im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt. Zunächst verhandelten Verwaltung und ECE-Centermanagement über eine Zurücknahme der auffälligen Werbung, dann schalteten sich Braunschweigs Oberbürgermeister Gert Hoffmann und ECE-Vorstandschef Alexander Otto persönlich in die Gespräche ein. Mit dem Ergebnis, dass ECE sich zur Nachbesserung bereit erklärte. Werbeschilder sollen reduziert werden, Reklame-Schriftzüge nur noch einheitlich in Weiß erstrahlen. Über solcherlei Beschränkungen denkt man in Hameln zurzeit noch nicht nach. Sie werden, sagt der städtische Pressesprecher Thomas Wahmes, auch gar nicht nötig sein, "weil die Regelungen sicherstellen, dass die Fassade der Stadt-Galerie nicht mit Werbung zugepflastert sein wird". Die Regelungen wurden zwischen der Stadt und ECE ausgehandelt, im städtebaulichen Vertrag niedergeschrieben und als "Örtliche Bauvorschriften über die Gestaltung im Sondergebiet Einkaufzentrum" in den Bebauungsplan aufgenommen. Danach sind Werbeanlagen an der Fassade zum Pferdemarkt und zur Zehnthofstraße "nurin der Erdgeschosszone zulässig"; an den Fassaden zu den Straßen Zehnthof, Am Gericht, An der Pfortmühle, Sudetenstraße und Stubenstraße dürfen sie oberhalb der Auskragungen angebracht werden. Sie dürfen maximal vier Meter lang und 70 Zentimeter hoch sein und aneinander gereiht die Gesamtlänge von 184 Metern (gleich 40 Prozent der gesamten ECE-Fassadenlänge von 460 Metern) nicht überschreiten. Zulässig sind nur Einzelbuchstaben sowie einzelne Firmenlogos und -labels. Beschränkungen bei der farblichen Gestaltung gibt es nicht, und so könnten theoretisch am verbliebenen Rest der schönen Kreishausfassade neben dem knallroten Schriftzug "Stadt-Galerie" über dem Eingang alle nur denkbaren Farbvarianten oberhalb der vier Schaufenster des Erdgeschosses auftauchen und sich am späteren Kreishausanbau fortsetzen bis in die Ritterstraße. Im Grund genommen, argumentiert Wahmes, "ergibt sich dadurch kein anderes Erscheinungsbild" als im überwiegenden Rest der Fußgängerzone. Da reihe sich ein Geschäft ans andere und habe jedes die Freiheit, an der Fassade mit einemSchriftzug eigener Wahl auf sich aufmerksam zu machen. Das Center werbe an seinen Außenmauern eben für die Läden, die sich hinter ihnen verbergen. Wie sich die bunte Neonreklame, die erst in der Dunkelheit ihre volle Strahlkraft entfaltet, mit dem aufwändigen Beleuchtungskonzept der Fußgängerzone verträgt, bleibt abzuwarten. In Braunschweig hat man die leuchtenden Schriftzüge an den Schloss-Arkaden neben der dezent angestrahlten Schloss-Fassade als ausgesprochen störend, weil zu aufdringlich empfunden. In Hameln könnten sie die wohltuendeWirkung einer in warmes Licht getauchten Marktkirche, eines beleuchteten Dempter- und Hochzeitshauses auf die Atmosphäre des öffentlichen Raumes Pferdemarkte zunichte machen.



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