weather-image
21°
×

300 Lehrlinge des Handwerks ziehen durch Hameln / Zahl der Auszubildenden konstant

Bunt und fröhlich – der Start ins Berufsleben

Hameln (roh). Angeführt von einer lautstarken Kapelle, marschierten die mehr als 300 Lehrlinge des Handwerks der Kreishandwerkerschaft Hameln-Pyrmont vom Europaplatz quer durch die Innenstadt zur Marktkirche. Begleitet wurden die Azubis dabei nicht nur von Eltern, Ausbildern, Kollegen und Freunden, sondern auch von zahlreichen Innungsfunktionären und einigen Politikern, die sichtlich stolz auf die jungen Männer und Frauen waren.

veröffentlicht am 28.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Bürgermeisterin Ursula Wehrmann sagte: „Bei dem Anblick der vielen jungen Menschen, die ins Berufsleben eintreten, kann einem nur das Herz aufgehen, und ich freue mich, im Namen der Stadt heute die Grußworte sprechen zu dürfen.“ Bürgermeister Herbert Rode indes verwies auf den öffentlichen Charakter der Einschreibungszeremonie und betonte: „Früher haben die Innungen jede für sich hinter verschlossenen Türen gefeiert, heute ist das anders, und das ist auch und gerade für die Auszubildenden gut so.“

„Weltverbesserer gibt es genug“

Der Landtagsabgeordnete Otto Deppmeyer und die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller verwiesen darauf, dass es angesichts des Krisenjahres 2009 eine enorme Leistung sei, so viele neue Auszubildende im Landkreis Hameln-Pyrmont ins Berufsleben eintreten zu sehen, und Ulrich Wichmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hameln-Pyrmont, belegte die Zuversicht der Politiker mit Zahlen: „Die Anzahl der Auszubildenden ist auf dem gleichen Level wie im letzten Jahr.“ Zudem zeigten Untersuchungen, so Wichmann, dass die Gefahr, arbeitslos zu werden, mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung wesentlich geringer sei. Bei den Auszubildenden selbst herrschte vor allem Zufriedenheit darüber, einen Ausbildungsplatz bekommen zu haben. Geteilte Meinungen gab es offensichtlich zum Marsch durch die Innenstadt. Während einige ausgelassen mit den teilweise verdutzt dreinblickenden Passanten feierten, machten andere keinen Hehl daraus, was sie von dem Umzug hielten. Rufe wie „langweilig“, „peinlich“ und dergleichen waren aus der Menge zu vernehmen, aber die überwiegende Anzahl der Auszubildenden genoss die ihnen zuteil werdende Aufmerksamkeit. Rene Niederstenschee, der Zweiradmechaniker bei der Firma Straubel lernt, sagte: „Bei uns gibt es trotz Abwrackprämie genug zu tun, und ich bin sehr froh, einen Ausbildungsplatz gefunden zu haben.“ Dominik Lange meinte zu seiner Lehrstelle bei der Firma Hartmut Fischer: „Das ist wie ein Sechser im Lotto.“ Für die angehende Friseurin Sonja Wenzel war der Marsch durch die Fußgängerzone eine Herausforderung. „Die gucken einen alle an“, sagte sie und fühlte sich in der Mitte ihrer Lehrlingskollegen sichtlich wohler. „Ich wollte schon immer Friseurin werden, und für mich geht ein Traum in Erfüllung“, bekannte die bei der Firma Cut und Color in der Stadtgalerie beschäftigte Auszubildende.

Während des Festgottesdienstes sagte Bürgermeisterin Ursula Wehrmann, sie sei überzeugt, dass die jungen Menschen die ihnen gebotene Chance nutzen werden und pries das Handwerk als einen Stabilitätsfaktor der Gesellschaft. In der rappelvollen Kirche sagte sie: „Ein schlauer Mann hat einmal gesagt: ‚Weltverbesserer gibt es genug, aber einen Nagel richtig einschlagen können die wenigsten‘.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige