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Neues Simulatorzentrum der Heeresfliegerwaffenschule trägt den Namen "Dr. Harro Tiedgen"

Bund und Firma bilden Piloten gemeinsam aus

Achum (jp). Auf den Namen des ehemaligen Heeresfliegergenerals Dr. Harro Tiedgen ist das neue Simulatorzentrum der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg getauft worden.

veröffentlicht am 12.09.2006 um 00:00 Uhr

Robert Hollensteiner (r.) und Richard Bolz enthüllen eine Tafel

Eine illustre Schar von Gästen konnte Robert Hollensteiner, Geschäftsführer der Betreiber-GmbH Helicopter Flight Training Services (HFTS), zu der Gebäudeeinweihung und offiziellen Namensgebung im Rahmen des großen Tages der Heeresflieger begrüßen. Im neuen Simulator-Zentrum sollen ab 2008 die Piloten für den leichten Transporthubschrauber NH 90 geschult werden. Entwicklung, Bau und Unterhalt des Zentrums liegen in den Händen eines privatwirtschaftlichen Firmenkonsortiums, welches Ausbildungskapazität an die Bundeswehr verkauft. Die HFTS wurde 2004 von fünf deutschen Industrieunternehmen aus der Taufe gehoben, um im Auftrag des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung Ausbildungszentren für den NH 90 zu bauen und zu betreiben. Erstmalig wird ein solches Projekt als sogenanntes PPP (public private partnership) betrieben. Hollensteiner nannte die Gebäudeeinweihung einen wichtigen "Meilenstein": Der letzte Projektabschnitt mit der Installation von Modulen, Komponenten und Peripherie der Simulatoren könne jetzt in Angriff genommen werden. Plangemäß werde 2008 die Pilotenausbildung im Dreischichtbetrieb beginnen. Die Basisausbildung werde für die Piloten aller Teilstreitkräfte auf den beiden Simulatoren in Bückeburg laufen, die weitere Ausbildung von Heer und Luftwaffe auf den Simulatoren an den Standorten Fassberg und Holzdorf. Das große internationale Interesse belege den Erfolg des Gemeinschaftsprojektes, so der HFTS-Chef. Bereits jetzt stehe Schweden als Drittkunde fest, mit Finnland seien die Verhandlungen weit fortgeschritten. Auch die Ausbildung dieser Drittkunden werde in Bückeburg stattfinden, betonte Hollensteiner, was zu neuen Arbeitsplätzen sowohl bei der HFTS als auch in der Region führen werde. Diese Entwicklung sei nicht zuletzt auf die gute Zusammenarbeit von Bundesamt für Wehrtechnik, den Bundeswehr-Dienststellen und Firmenkonsortium zurückzuführen: "Es liegt in der Natur des Projekts, dass beide Partner häufig kreativ, innovativ und zugleich pragmatisch Problemstellungen begegnen." Heeresfliegergeneral Richard Bolz erinnerte an den Namenspatron des Simulatorzentrums. Dr. Harro Tiedgen war von 1966 bis 1969 Kommandeur der Lehrgruppe A in Bückeburg, bevor er zur Heeresfliegerinspektion nach Köln wechselte. Von 1977 bis 1979 war er Inspizient der Heeresfliegertruppe, bis 1985 führte er die Truppengattung als General. Seine Witwe hatte hatte die Namensgebung genehmigt und nahm an der Einweihungsfeier teil.

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