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Bulmahnüber Schulpolitik

Landkreis (han). "Bildung für alle" ist das Thema eines Diskussionsabends gewesen, zu dem der Juso-Unterbezirk Schaumburg eingeladen hatte. Die frühere Bundesministerin für Bildung, Edelgard Bulmahn, sprach sich in ihrem Vortrag für Gemeinschaftsschulen, individuelle Förderung, Sprachunterricht und Ganztagsschulen aus.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

Die Bundestagsabgeordnete sparte nicht mit Kritik an der Bildungspolitik der Landesregierung. "Das dreigliedrige Schulsystem hat im 19. Jahrhundert wunderbar in das damalige Gesellschaftssystem gepasst." Dass die Dreiglie drigkeit in zwölf Bundesländern bereits abgeschafft ist, werde viel zu oft verschwiegen. Die individuelle Förderung der Schüler sei nur in einer Gemeinschaftsschule möglich, sagte Bulmahn, die dem gliedrigen Schulsystem Gleichmacherei vorwirft: "Nicht alle Hauptschüler sind gleich, ebenso wenig Realschüler und Gymnasiasten." Das Credo der Politikerin: "Individuelle Förderung ist der wahre Systemwechsel." Dass in Deutschland jedes dritte Kind Nachhilfeunterricht bekomme, sei ein Unding. Ganztagsschulen seien ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Umstellung den Beteiligten oftmals schwerfalle. Mehrmals verwies die Bundespolitikerin auf die skandinavischen Länder. Dort werde rechtzeitig und individuell auf Lernprobleme reagiert, statt den Schüler eine Klasse wiederholen zu lassen. "Warum lernt man nicht aus diesen Vorbildern?", fragte Bulmahn, und gab selber eine Antwort: "Diese Landesregierung ist ideologisch verblendet."

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