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Fast vier Jahrzehnte Schiedsrichter / "Hätte gern weitergemacht"

"Bulli" Getzschmann nimmt die Schiripfeife aus dem Mund

Bückeburg (bus). Dieter Getzschmann hat zu Beginn dieses Monats Abschied vom aktiven Handballsport genommen. Der vielen Bückeburgern als rühriger Organisator von Eisstockschießen- und Boulemeisterschaften bekannte Tausendsassa absolvierte 1955 sein erstes Spiel und war lange Zeit eine Stütze der Männermannschaft der VT Bückeburg, in der er darüber hinaus rund drei Jahrzehnte als Abteilungsleiter Handball fungierte. Zudem machte Getzschmann sich einen Namen als Jugend- und Frauentrainer sowie als Schiedsrichterwart.

veröffentlicht am 15.03.2007 um 00:00 Uhr

Dieter "Bulli" Getzschmann

Den meisten Handballsportlern dürfte Getzschmann, den seine Freunde weitum "Bulli" rufen, in seiner Rolle als Schiedsrichter bekannt geworden sein. Beinahe 40 Jahre lang achtete er auf den regelkonformen Ablauf des Punkt- und Freundschaftsspielbetriebs. "Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten es noch ein paar Jahre mehr werden können", sagt er. Der Verband habe unterdessen das Höchstalter für aktive Einsätze auf 65 Jahre festgelegt. "Bullis" innige Verbundenheit mit der schnellen Ballsportart stellt die Tatsache unter Beweis, dass er nach dem unrühmlichen Hinscheiden der VTB zuletzt für den SC Uchte zur Pfeife griff. "Weil denen die Schiris fehlten", lautet seine knappe wie einleuchtende Erklärung. Die Landes-Zeitung nahm den Abschluss der denkwürdigen Karriere zum Anlass, den Experten um eine grundsätzliche Schilderung des Schiedsrichterwesens zu bitten. Getzschmann: "Ein Schiedsrichter muss sich in jedem Fall neutral verhalten und darf sich unter keinen Umständen vom Umfeld beeinflussen lassen. Er darf nicht durch unnötiges Gestikulieren auffallen. Entscheidungen müssen durch klare Handzeichen bekannt gegeben werden. In prekären Situationen ist Fingerspitzengefühl durchaus von Vorteil. Das sehen einige Schiriausbilder, besonders für die höherenSpielklassen, zwar anders. Sie befürworten eine strikte Regelauslegung. Ich bin indes der Meinung, dass es, speziell bei Bestrafungen, einen großen Unterschied ausmacht, ob eine Spieler ein Foul bewusst begeht oder ob es unbeabsichtigt zu Beeinträchtigungen oder gar Verletzungen des Gegners kommt. Selbstverständlich müssen die generellen Regeln eingehalten werden. Insgesamt betrachtet ist es wichtig, von Anfang an zu versuchen, die Härte aus dem Spiel zu nehmen. Für mich war es immer sehr zufrieden stellend, wenn ich nach dem Abpfiff durch die Kabine des Verlierers gehen konnte, ohne angemault zu werden. Als Jungschiedsrichter wurde uns immer gepredigt, sich auf keine Gespräche mit Spielern oder Betreuern einzulassen. Auch das sehe ich anders. Mitunter können ein paar klärende Worte für Ruhe sorgen. Mir hat das immer sehr geholfen. In all den Jahrzehnten meiner Pfeiferei musste ich nur einen einzigen Spieler wegen einer Tätlichkeit vom Platz stellen. Kurzum: DasPfeifen hat mir sehr viel Spaß gemacht und den wünsche ich meinen verbleibenden Schiri-Kollegen auch."



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