weather-image
14°
Fehllagerung empörte Hinterbliebene / Weder Skatspiel noch Alkohol in der Kapelle

Bürgermeister sagt "Entschuldigung": Wird der Urnen-Streit jetzt beigelegt?

Heeßen (tw). Reicht das? Man sollte meinen - ja. Im Streit um die Fehllagerung einer Urne auf dem Friedhof Heeßen hat sich Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann gestern in einem dreieinhalbseitigen (!) Schreiben bei den Angehörigen über deren Anwalt offiziell entschuldigt, weitere Vorwürfe zurückgewiesen - und sich gleichzeitig schützend vor seine Mitarbeiter gestellt.

veröffentlicht am 21.12.2007 um 00:00 Uhr

"Ich versichere Ihnen, dass auch seitens der Samtgemeindeverwaltung der von Ihnen beschriebene Umstand hinsichtlich der Lagerung der Urne als außerordentlich pietätlos gesehen wird. Insofern kann auch nachempfunden werden, dass dieses für Ihren Mandanten persönlich sehr belastend ist", so Schönemann. Wie berichtet, war die mit dem Lieferschein einer Postzustellungsfirma versehene Urne im Aufenthaltszimmer der Friedhofskapelle direkt neben einem Müllsack "zwischengelagert" worden. Seine Mitarbeiter , so Schönemann, hätten die Angehörigen bereits am 16. November "in gebührender Form" um Verzeihung gebeten. Deren Beschwerdeführer hatte den Vorfall an jenem Mittag der Verwaltung geschildert. Der Bürgermeister: "Der Leiter des Ordnungsamtes sowie die mit der Angelegenheit betraute Sachbearbeiterin sind daraufhin zur Kapelle gefahren und haben sich dort mit Ihrem Mandanten von dem Umstand der Aufbewahrung der Urne überzeugt." Dem Betroffenen sei dabei auch zugesagt worden, dass die Urne noch am gleichen Tag in das Aufbewahrungszimmer der Kapelle gebracht wird. "Ihr Mandant", so der Bürgermeister, "äußerte gegenüber meinen Mitarbeitern, dass er befürchte, die Überurne solle ,verscherbelt' werden". Schönemann selbst sei dann noch am gleichen Tag von der Mitarbeiterin über den Sachverhalt informiert worden: "Um mich auch persönlich bei Ihrem Mandanten zu entschuldigen, habe ich diesen noch am gleichen Tag aufgesucht und ihn beim dritten Versuch abends um 18.30 Uhr zu Hause erreicht. Ihr Mandant hat mir die Angelegenheit noch einmal im Beisein seiner Ehefrau geschildert und auch ich habe mich in aller Form hierfür entschuldigt." Am 17. November habe es dann ein Treffen an der Kapelle gegeben. Der Beschwerdeführer habe sich dabei davon überzeugen können, dass die Urne ordnungsgemäß im Aufbewahrungsraum der Kapelle stand. Des weiteren habe er sich davonüberzeugen können, dass sich die Urne in der von ihm bestellten Überurne befand und auf der Urne auch das Blumengesteck lag. "Ich erwähne dieses deshalb", so Schönemann, "weil Ihr Mandant auch am 17. November noch einmal erwähnte, dass bei einer anonymen Urnenbestattung die Möglichkeit bestehe, die Überurne nicht mit zu bestatten, sondern diese dann anderweitig zu veräußern." Der Mandant des Anwalts habe in diesem Zusammenhang von "herumschinsen" gesprochen. Der Bürgermeister: "Ich habe ihm dann erklärt, dass derartige Sachen auf dem Friedhof der Samtgemeinde nicht vorkommen und diesen Vorwurf zurückgewiesen." Der Beschwerdeführer habe diese Vorwürfe dann dahingehend "abgemildert", dass er lediglich von entsprechenden Vorfällen auf dem Friedhof in Rinteln gehört habe. Des weiteren habe der Mann den Mitarbeitern des Bauhofes vorgeworfen, dass im Sozialraum unter der Kapelle Skat gespielt und dort Alkohol getrunken werde. Ihm selbst sei schon eine Flasche Bier angeboten worden. Schönemann: "Auch diese Vorwürfe wurden von mir und dem Leiter des Bauhofes mit Nachdruck zurückgewiesen. Ihr Mandant erklärte dann hierzu, dass diese Vorgänge allerdings schon sieben beziehungsweise acht Jahre oder länger zurückliegen." Die Urne sei dann im Beisein des Mandanten und der zuständigen Mitarbeiterin der Samtgemeinde am 19. November ordnungsgemäß beigesetzt worden.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare