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Äußerungen Führers und Rohdes schaden den Kirchen

Bürgermeister fordert klare Worte des Landesbischofs

Bückeburg (rc). "Vertreter der Kirche oder Personen, die durch das Wirken in derÖffentlichkeit als untrennbar mit der Kirche eingeordnet werden, tun zur Zeit alles, ihre sowieso schon kleiner gewordene Mitgliederzahl durch unerträglich nach rückwärts orientierte fundamentalistische Äußerungen weiter auf einen Hardlinerkern zu reduzieren." Das schreibt Bürgermeister Reiner Brombach in einem offenen Brief an Landesbischof Jürgen Johannesdotter. Er bezieht damit zum einen Stellung zu Äußerungen von Oberkirchenrat Werner Führer, der sich zur eingereichten Scheidung der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann geäußert hat; zum anderen aber auch zu Aussagen von Peter Rohde über Ehe und Familie sowie zum Ehebruch.

veröffentlicht am 18.05.2007 um 00:00 Uhr

Der Bürgermeister forderte den Landesbischof zu einer klaren Stellungnahme auf: "Ein klares Wort von Ihrer Seite ist erforderlich, damit die Christen der Landeskirche erkennen können, welchen Weg die Landeskirche Schaumburg-Lippe in Zukunft beschreiten möchte." Wie berichtet, hat der theologische Oberkirchenrat den Rücktritt von Landesbischöfin Käßmann gefordert, weil sie die Scheidung von ihrem Ehemann eingereicht hat. Brombach: "Kennt Herr Führer die Hintergründe, die Frau Käßmann bewogen haben, sich von ihrem Ehemann zu trennen?" Habe sich Herr Führer einmal klar gemacht, welche seelischen Kämpfe vorausgehen, bevor sich ein Mensch nach jahrzehntelanger Ehe zu einem solchen Schritt durchringe? Brombach ist nach 25 Jahren Ehe seit kurzem geschieden. DieÄußerung Führers sei "als selbstgerechte und intolerante Erklärung eines weltfremden Menschen auf das Schärfste" zurückzuweisen. "Sie, Herr Landesbischof, sollten sich nicht darauf beschränken, die Äußerung Führers als Privatmeinung ohne Kommentar abzutun." Johannesdotter hatte auf Nachfrage die Äußerung Führers als "Privatsache" erachtet. Weiterhin sei in der Landes-Zeitung zu lesen gewesen, welche "absurden Gedanken" Richter Rohdeüber Ehe und Familie zum Besten gegeben habe, schreibt Brombach weiter. Wenn er sich auch ausdrücklich als Privatperson geäußert habe, so sei doch nicht zu übersehen, dass er zum einen Richter, zum anderen Vorstand der christlichen Immanuel-Schule ist. Wenn auch einem Richter selbstverständlich Meinungsfreiheit zugebilligt werde müsse, so frage er sich, wer denn sein Kind an eine Schule überantworten könne, in der offensichtlich insbesondere den Mädchen ein Gedankengut vermittelt werde, "das sämtliche positiven Entwicklungen der Gleichberechtigung der Geschlechter zurückdrehen möchte". Sowohl die Äußerungen Rohdes als auch Führers passten im übrigen "haargenau" in das unter anderem von Eva Hermann propagierte Familiennetzwerk, das in jüngster Zeit diskutiert werde, endet Brombach.



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