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Heute Treffen in Möllbergen / Gerichtstermin am 3. Dezember

Bürgerinitiative: Messungen haben gravierende Mängel

Rinteln/Veltheim (wm). Am heutigen Donnerstag treffen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen eine Müllverbrennung im Kraftwerk Veltheim um 20 Uhr im Gasthof Pinsenhof in Möllbergen, um unter anderem über das Gerichtsverfahren am 3. Dezember vor dem Oberverwaltungsgericht Münster zu informieren.

veröffentlicht am 27.11.2008 um 00:00 Uhr

Demonstration vor dem Kraftwerk in Veltheim. Foto: ly

Vorsitzende Birgit von Lochow und der Sprecher der Bürgerinitiative, Fritz-Günter Pape, rechnen sich trotz eines für die Bürgerinitiative negativen Gutachtens gute Chancen vor Gericht aus. Denn nach Auffassung der Bürgerinitiative ersetzen die Untersuchungen der Fachhochschule Lippe in Höxter keine ordnungsgemäße Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Immissionsmessungen der Fachhochschule hatten ergeben, dass sich durch das Kraftwerk keine zusätzlichen Umweltbelastungen nachweisen lassen - größter Luftverschmutzer in unserer Region sei die Autobahn (wir berichteten). Die Bürgerinitiative hält entgegen, dass die Untersuchungen der Fachhochschule die Zusatzbelastungen durch die sogenannten heizwertreichen Fraktionen - eben den Müll - nicht ausreichend berücksichtigten. "Aber genau um diese Stoffe geht es", betonte Pape und stellte auch ein Missverständnis richtig: Die Bürgerinitiative sei keineswegs grundsätzlich gegen Müllverbrennung - wenn das Kraftwerk mit modernen Filteranlagen ausgestattet wäre - was es aber nicht ist. Die Bürgerinitiative hat jetzt zu den Messungen der Fachhochschule eine lange Mängelliste aufgestellt: So seien Messungen vorgenommen worden, als im Kessel 3 ausschließlich Kohle und Klärschlamm verfeuert worden sei - "nicht aber die von uns als umweltgefährdend angesehenen Stoffe wie Chemie- und Kunststoffabfälle, Spritzgussteile, Farb- und Lackabfälle, Teppichresten, Altöl, Autoreifen und vieles mehr", so Pape. Aus dem meteorologischen Auswertungen der Fachhochschule gehe hervor, dass das Kraftwerk nur in knapp 13 Prozent der Jahresstunden Kunststoffabfälle (Fluff) eingesetzt habe. Einen Fluff-Massenstrom über fünf Tonnen pro Stunde habe es lediglich in 4,5 Prozent der Jahresstunden gegeben. Berücksichtige man dazu die Windrichtung, werde deutlich, dass nennenswerte fluffbedingte Emissionen in nicht einmal einem Prozent der Jahresstunden in Richtung des Immissions-Messcontainers transportiert worden seien, zitiert Pape aus dem Bericht. Damit, so Pape, lasse sich nicht einmal im Ansatz die Umweltbelastung abschätzen, die auf die Bürger wirklich zukomme, wenn das Kraftwerk wie geplant, im vollen Umfang Müll verbrenne.



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