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229 Unterschriften pro Neukauf-Markt gesammelt / Angeblich Investor für Zahnklinik auf der Brache

"Bürgerbefragung": Edeka schlägt hohe Wellen

Bad Eilsen (tw). Emotionaler Schlagabtausch zum Edeka-Projekt im Haus des Gastes: Was als (vorgezogene) "Bürgerbefragung" zur Änderung des B-Plan Nr. 19 gedacht ist, entwickelt sich zum Unmut von Bürgermeister Horst Rinne (CDU) Donnerstagnachmittag zu einer "Bürgerversammlung". Und bei der gehen die Wogen in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kurverwaltung zwischen den vielen Befürwortern und den wenigen Kritikern hoch.

veröffentlicht am 22.04.2006 um 00:00 Uhr

Die Wogen gehen hoch: Immer wieder fordert Bürgermeister Horst R

Gleich zu Beginnübergibt Andreas Stegemann, Geschäftsführer Edeka-Miha Immobilien-Service, eine Liste mit 229 Unterschriften für einen Neukauf auf dem Areal der Schaumburg-Klinik; er hat sie binnen eines halben Tages ausschließlich beim Edeka Aktiv-Markt Dörfel an der Bahnhofstraße gesammelt. Und regt an, das renommierte Büro Lauterbach solle - im Auftrag der Gemeinde, mit welcher der Konzern einen städtebaulichen Vertrag schließen will - das Ändern des B-Planes übernehmen; die Kosten werde Edeka tragen. Indes: "Dass Edeka einen Markt bauen will, ist die eine Vorstellung - es gibt auch andere", entgegnet Rinne. Undüberrascht auf Nachfrage mit der Aussage, es gebe einen Interessenten, der sich auf dem Gelände eine Zahnklinik mit 30 Betten und Wohnbebauung vorstellen kann. Zur Bürgerbefragung ist besagter Interessent, anders als die Edeka, allerdings nicht erschienen. (Edeka-)Architekt Heinz-Dieter Söfker bezweifelt gar, dass es ihn überhaupt gibt: "Ich suche seit acht Jahren in ganz Deutschland nach Investoren fürdie Klinik. Ohne Erfolg. Dass es jetzt einen geben soll,überrascht mich völlig." Der Meinung des Gros der Bürger gibt Hannelore Stühm (SPD) Ausdruck, die gleichfalls nicht an die Ernsthaftigkeit des Investors glaubt: "Wir brauchen dort weder eine Klinik, noch neue Wohnungen oder gar ein weiteres Altersheim. Ich sehe keine Alternative zu Edeka." EineAnwohnerin ergänzt: "Gerade die Senioren im Bereich des Rottfeldes brauchen den Markt; nur dort können sie zu Fuß einkaufen." Als Kritiker melden sich Ralf-Markus Lehmann (Buchholz) und Günter Döring (Heeßen) zu Wort: Lehmann findet die Sache mit der Zahnklinik gut, "noch besser wäre ein Gesundheitszentrum". Döring überrascht mit der Aussage, dass das Huck-Areal auch Heeßer Gebiet tangiere, der Rat Heeßen in die Entscheidung also mit eingebunden werden müsse. Döring zur Architektur des Neukaufs: "In der Nachbarschaft gibt's Satteldächer mit Ziegeleindeckung." Ein "supermoderner" Baukörper, wie ihn Edeka plane, passe nicht dazu. Kommt hinzu: Ähnlich wie Rinne bezweifelt auch Döring die Aussagen im PGT-Verkehrsgutachten; der Heeßer fordert eine neue, "unabhängige" und "neutrale" Untersuchung. Markant-Betreiber Stefan Hohmann erklärt: "Unsere Berechnungen haben ergeben, dass wir uns am Standort nicht mehr halten können, wenn Edeka einen Markt mit 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche baut."

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