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Netzer: "Überwiegender Teil Saurier wie wir" / Christopher Wuttke ist Rottführer -Frank Starnitzke Nummer Zwei

Bürgerbataillon stärken: "Fürstenrott" ist gegründet

Bückeburg (fox). Das Bürgerbataillon Bückeburg hat Zuwachs bekommen. Im "Café K" an der Georgstraße hat sich in Anwesenheit der Bataillonsführung Montagabend ein neues Rott gegründet. "Fürstenrott" soll es heißen, sofern Alexander zu Schaumburg-Lippe keine Einwände erhebt. 26 Gründungsmitglieder haben die provisorische Urkunde unterzeichnet - das Rott hat damit Sollstärke. Christopher Wuttke ist in Abwesenheit einstimmig zum Rottführer gewählt worden, Frank Starnitzke zu dessen Stellvertreter. Das Rott ist der 1. Kompanie mit Chef Peter Kohlmann zugeordnet.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 10:30 Uhr

Die Zukunft des Bürgerbataillons ist gefestigt: Am Montagabend i

"Die mittleren Jahrgänge fehlen uns schlichtweg, das Bürgerbataillon leidet unter Überalterung", hat Schatzmeister Martin Brandt am Abend bilanziert. Stadtmajor Rolf Netzer wurde deutlicher: "Ich will keine prosaische Rede halten -der überwiegende Teil sind Saurier wie wir." Die "Alterspyramide" verhalte sich im Bataillon umgekehrt, sagte Brandt. Jüngere seien in der Unterzahl, Ruhestands-Nahe bildeten die Majorität. "Wir müssen die jüngeren Jahrgänge gewinnen - das ist für uns lebensnotwendig." Die teils gravierenden Altersunterschiede hätten sich als permanentes Problem erwiesen, der Zugang fehle deshalb bei vielen Interessierten einfach, so Brandt - auch mit Blick auf gemeinsame Gesprächsthemen. Deshalb springt das Bürgerbataillon nun in den "Jungbrunnen". Die Bataillonsführung trägt die Entscheidung mit. Die Ziele des Bürgerbataillons und die Idee, die dahinter steckt, sind über Jahrzehnte geblieben. Brandt nannte einerseits die Traditionspflege, stellte jedoch die Nachbarschafts- und Kontaktpflege in den Vordergrund. "Und es geht nicht darum, sich während des Bürgerfestes hemmungslos zu betrinken." Dieses Bild sei antiquiert und darüber hinaus falsch. Offensichtlich scheitern potenzielle Bataillons-Mitglieder bereits vorab an einem Wall von Missverständnissen. "Viele junge Männer zwischen 30 und 40 Jahren haben Kinder und sind bereits im Verein und beruflich eingebunden. Daher hat mich der verpflichtende Charakter bislang von einem Beitritt abgehalten, ich finde dies nicht zeitgemäß", nannte Günter Schwarz Gründe, dem Bataillon fern zu bleiben. Brandt klärte auf: "Wir sprechen beim Bürgerschießen von einem Ereignis, das nur alle zwei Jahre stattfindet. Darüber hinaus gibt es in der Regel pro Rott drei Treffen im Jahr sowie das Grünkohlessen mit attraktivem gesellschaftlichen Charakter -die Verpflichtungen halten sich also in Grenzen, die Sorge kann ichDir nehmen." Ein Zwang bestehe bei keiner Veranstaltung - wenngleich jedes Rott in eigenem Interesse mit voller Stärke am Rundmarsch teilnehmen sollte. Der einzige "kuriose Zwang" am Bürgerbataillon: "Niemand muss ein- oder austreten. Denn jeder Bückeburger über 18 ist automatisch per Satzung Bataillonsmitglied, zahlt jedoch keine Beiträge", erklärte Netzer mit Augenzwinkern. Brandt räumte unter Zustimmung von Adjutant Stefan Specht und Stadtmajor Rolf Netzer auch mit der historisch bedingten Wohnquartierbindung der einzelnen Rotts auf. "Wir haben hier einmalig die strenge Bindung an die Stadtviertel aufgehoben", sagte Brandt. Selbst Nicht-Bückeburger könnten Mitglied im Rott und damit im Bataillon sein - mit einer Einschränkung: "Diese Mitglieder können nicht König werden." Brandt wertete die Rottgründung mit Mitgliedern im Alter von 30 bis 40 Jahren als "ersten Schritt" und appellierte an die Mitglieder des "Fürstenrotts", Freunde und Mitbürger zum Mitmachen zu motivieren. Kohlmann: "Jeder von Euch kennt doch ein paar Leute." Bis zum Bürgerschießen, das am 29. August beginnt, soll die Konzeption stehen. Als Rottlokal wird in diesem Jahr das Festzelt am Sablé-Platz dienen. "Mir ist nicht bange darum, das wir bis zum Schießen auf 40 Mitglieder kommen. Nur eines sollten wir auf keinen Fall: bestehenden Rotts die Mitglieder abwerben. Wir wollen keinen Kannibalismus, das schafft nur böses Blut", sagte Brandt. "Wir haben mit der Gründung eine völlig neue Keimzelle geschaffen, mit der wir die Entwicklung des Bürgerbataillons nachhaltig stärken wollen."

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