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Trachtenträger aus Röcke zu Gast bei der Europeade in Martigny / 19 Tänzer gehen auf eine zwölfstündige Busreise

Bückeburger Flügelhauben in der Schweiz bewundert

Martigny/Bückeburg (bus). Seit 1964 treffen sich alljährlich Trachtenträger aus ganz Europa in wechselnden Gastgeberstädten, um miteinander und über alle Grenzen hinweg bei Musik und Tanz ein heiteres Fest zu feiern. Das unter der Bezeichnung "Europeade" bekannt gewordene Treffen gilt als größtes Trachten- und Folklorefest der Alten Welt. Zu der 2008 im schweizerischen Martigny organisierten Zusammenkunft war auch eine Delegation der Volkstanz- und Trachtengruppe Röcke eingeladen worden.

veröffentlicht am 02.09.2008 um 00:00 Uhr

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Die Jubiläumseuropeade - in Martigny ging die 45. Auflage der Veranstaltungsserie über die Bühne - erlebte ein rekordverdächtiges Teilnehmerfeld. Mehr als 200 Tanz- und Musikgruppen wollten sich das einst von Flamen und Schlesiern begründete Treffen nicht entgehen lassen. Aus Röcke begaben sich 19 Trachtentänzer zwischen neun und 60 Jahren auf die zwölfstündige Busreise quer durch Deutschland Richtung Schweizer Grenze. Die Fahrt führte unter anderem am Genfer See vorbei, der etwa eine Stunde von Martigny entfernt liegt. Untergebracht waren die Röcker gemeinsam mit einer bayrischen und einer lettischen Tanzgruppe in Lavey, einem kleinen Ort etwa zwanzig Minuten entfernt von Martigny. Am ersten Tag absolvierten die Schaumburger bereits vor der offiziellen Eröffnungsfeier einen Auftritt im Gastgeberort. Tags drauf richtete die Gemeinde den drei Lavey-Gruppen einen kurzweiligen Willkommensabend aus. Im Anschluss an ein original Schweizer Raclette wurde noch lange geplaudert, gelacht und natürlich gemeinsam getanzt und musiziert. Das sogenannte "offeneTanzen aller Gruppen" bot am Sonnabend in den Gassen der Altstadt von Martigny die Gelegenheit, die große Vielfalt der teils sehr farbenfrohen, teils aber auch recht schlichten Trachten Europas in Augenschein zu nehmen. Nachmittags stand der große Umzug aller Beteiligten vor der malerischen Kulisse der Schweizer Alpen auf dem Programm. Dabei gab es immer wieder begeisterten Beifall für die Botschafter aus dem Schaumburger Land. Die einzigartige Bückeburger Tracht mit den auffallenden Flügelhauben fand allgemein viel Bewunderung und die Röcker mussten viele Fragen beantworten Noch ein wenig müde von der sonntäglichen Abschlussfeier, aber mit eindrucksvollen Erlebnissen und unzähligen Fotos im Gepäck begab sich die Gruppe am Montagmorgen auf den Heimweg. Alte Bekanntschaften waren aufgefrischt und neue Kontakte geknüpft worden. Und alle Reiseteilnehmer waren wieder einmal beeindruckt von der ganz besonderen Atmosphäre der Europeade, deren Begründer seinerzeit den Gedanken der Völkerverbindung durch die gemeinsame Bewahrung von Traditionen als Basis ihrer Bewegung sahen. Auf Wiedersehen bei der Europeade 2009 in Litauen.

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