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Viele wollen Läden sonntags öffnen

Bückeburger Einzelhandel in den Startlöchern

Bückeburg (rc). "Das Interesse an verkaufsoffenen Sonntagen ist riesengroß." Dieses Fazit zogen gestern Morgen die "Handel aktiv"-Vorstände Klaus Everding und Joachim Scheffler, nachdem die Mitglieder der Bückeburger Kaufmannschaft am Mittwochabend in interner Runde über das Thema diskutiert hatten. Wenn alle Gespräche weiter so positiv laufen, soll es den ersten verkaufsoffenen Sonntag nach der neuen gesetzlichen Regelung bereits am 5. Oktober geben, quasi eine Auftaktveranstaltung am bereits seit längerer Zeit geplanten Umwelt- und Biofest.

veröffentlicht am 05.09.2008 um 00:00 Uhr

Wie berichtet, ist Bückeburg Mitte August als "Ausflugsort" anerkannt worden - als erste Stadt in Niedersachsen. Die Händler dürfen damit an 40 Sonntagen im Jahr ihre Pforten öffnen, lediglich vom 1. November bis zum 15. Dezember gibt es Einschränkungen, ebenso an einer Reihe von Feiertagen. Nicht länger als acht Stunden darf geöffnet sein, die Genehmigung ist auf die gesamte Lange Straße, Schulstraße und Braustraße sowie den Sabléplatz beschränkt. Verkauft werden dürfen nur Sortimente, die der Kurzversorgung von Ausflüglern dienen. Dazu zählen unter anderem Lebensmittel, Bekleidung, Schmuck, Spielzeug und natürlich die klassischen Mitbringsel. Nach dem positiven Votum der 15 gekommenen Mitglieder, wird der Handel aktiv- Vorstand in den kommenden zwei Wochen mit jedem Händler in der Kernstadt sprechen und zum Mitmachen motivieren. "Es wird ein mühsames Geschäft, wir werden noch Überzeugungsarbeit leisten müssen, aber es wird klappen", versprühte Everding Optimismus. Auch die Filialisten sollen ins Boot geholt werden, erste Gespräche wurden bereits geführt. "Grundsätzlich positiv", so Scheffler. Beide wiesen darauf hin, dass die Filialisten im Oktober noch nicht dabei sein können. "Sie wollen von uns klare Vereinbarungen, die sie dann ihren Geschäftsführungen vorlegen können." Außerdem müssten Gespräche mit dem Personal geführt werden, das durch Tarifverträge nur bedingt zur Sonntagsarbeit eingesetzt werden kann. Sicher ist jedenfalls bereits, dass das Kaufhaus Schild als der Magnet der Kernstadt seine Pforten öffnen wird. Auch auf Kernöffnungszeiten hat sich der Einzelhandel bereits verständigt: von 14 bis 18 Uhr. Wer will, kann natürlich länger öffnen. Wie viele Sonntage geöffnet wird, ist dagegen noch offen. "Wir gehen auf mehr als einen Sonntag im Monat, im Sommer soll es jeder Sonntag sein." Durchgängig das ganze Jahr, sei wohl nicht zu schaffen. Sicher ist jedenfalls bereits, dass Bückeburgs Geschäfte am 1. und 4. Advent geöffnet haben werden. "Für alle, die noch Geschenke brauchen." Und auch am 28. Dezember, gleich nach Weihnachten wird geöffnet. "Damit möglichst viele Gut- und Geldscheine nach Bückeburg kommen." Die Werbetrommel soll ebenfalls kräftig gerührt werden. In den Zeitungen und Radiostationen der Region soll in Anzeigen und Spots auf die sonntägliche Shopping-Möglichkeit in der historischen Residenzstadt hingewiesen werden. Das Bückeburger Stadtmarketing will sich finanziell an der Werbung beteiligen. Auch im Internet soll kräftig geworben werden. Alles hängt nun von den geneigten Kunden ab, wie der Handel aktiv-Vorstand zugab: "Wie sie letztendlich einkaufen, wissen wir nicht, aber wir sind optimistisch." Erste Erfahrungen mit der Sonntagsöffnung in Bückeburg gibt es schon. Einige Geschäfte, speziell im Bereich des Marktplatzes, hatten an den vergangenen Sonntagen bereits geöffnet. "Sehr gute Umsätze", berichtete Everding aus seinen Gesprächen.

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