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Startort der Rundfahrt ohne Absprache

Bückeburg von Tour-Organisation überrumpelt

Bückeburg (rc). Bückeburg soll Startort der Niedersachsenrundfahrt werden. So wollen es jedenfalls die Organisatoren, die Bückeburg bereits in den Streckenplan aufgenommen haben und mit zwei Rundschleifen durch das Schaumburger Land und einer Sprintwertung auf der Langen Straße werben.

veröffentlicht am 12.01.2008 um 00:00 Uhr

Der Haken an der Sache: Bei der Stadt liegt bisher nur ein Schreiben seitens der Organisation vor, dass sie entsprechendes plane. Ob Bückeburg überhaupt Startort werden will, ist noch gar nicht entschieden und vor allen Dingen von den Kosten abhängig, wie Bürgermeister Reiner Brombach klarstellte: "Zum Preis eines Etappenortes - Kosten: mindestens 15 000 Euro - werden wir sicherlich nicht einsteigen." Startort zu sein sei deutlich unattraktiver, da in den Morgenstunden kaum jemand Zeit habe, sich das ohnehin nur abfahrende Fahrerfeld anzuschauen. Und: Zu finanzieren wäre die Teilnahme nur über Sponsoren. Brombachs Fazit: "Wenn überhaupt, dann nur zu einem Bruchteil dessen, was die Teilnahme als Etappenort kostet." Ohnehin ist nicht sicher, ob die Niedersachsenrundfahrtüberhaupt stattfindet. Wie die Organisatoren der in "Lotto-Rundfahrt" umbenannten Tour mitteilten, kämpfe die Tour weiter um den finanziellen Rettungsring. Nach dem avisierten Rückzug von Fahrzeugsponsor Volkswagen klaffe eine Finanzierungslücke von zirka 100 000 Euro im Gesamtetat von 350 000 Euro. "Wir haben aber auch sehr positive Signale von anderen etwaigen Sponsoren erhalten und haben in den nächsten Wochen noch entscheidende Gespräche terminiert", erklärte Rundfahrtchef Otto Pätzold (Schellerten) und widersprach damit anders lautenden Meldungen, die eine Absage der 32. Auflage des ältesten deutschen Etappenrennens kolportierten: "Davon kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Rede sein. Fakt ist aber auch, dass wir bis zum Ende des Monats Klarheit haben müssen und dann über Absage oder Durchführung entscheiden werden." Wie der Bürgermeister das Vorpreschen der Organisatoren zu werten hatte, wusste er gegenüber unserer Zeitung noch nicht: "Da scheint derzeit wohl einiges durcheinander zu gehen." So sei der Stadt in einer E-Mail mitgeteilt worden, dass die Rundfahrt in diesem Jahr ausfalle. Einen Tag später sei dann die E-Mail eingetroffen, dass die Rundfahrt doch stattfinde und Bückeburg Startort sei - mit der Möglichkeit, sich bis zum 24. Januar zu äußern. Ob Bückeburg angesichts diverser Dopingaffären im Radsport überhaupt noch mit der Rundfahrt identifiziert werden wolle? Doping sei eine andere Sache, so der Bürgermeister: "Wir können nur auf eine Genesung des Radsports hoffen."

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