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Jürgen Harmening initiiert nach eigenen Erfahrungen mit der Leukämie eine große Aktion

"Bückeburg - eine Stadt lässt sich typisieren"

Bückeburg. Jürgen Harmening hat noch ein mal Glück gehabt. Seine Leukämie gilt - bis auf die medizinischen Unwägbarkeiten - als geheilt. Selbst wenn sie wieder akut werden sollte, hat er noch ein Ass im Ärmel: Sein Bruder kommt als Knochenmarkspender in Betracht. Anders sieht es dagegen bei einem Jugendbetreuer des VfL Bückeburg aus, bei dem die Chemotherapie nicht angeschlagen hat und für den bis heute kein Knochenmarkspender gefunden werden konnte. Jürgen Harmening erhielt in der Zeit seiner Krankheit sehr viel Unterstützung, beim VfL wurde ein Initiativkreis gegründet, um dem Betreuer zu helfen.

veröffentlicht am 29.02.2008 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:50 Uhr

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Für den ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Harmening und den Abteilungsleiter Fußball des VfL, Martin Brandt, sind ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit der heimtückischen Blutkrankheit Anlass, zusammen mit einem Initiativkreis um Angela Hagel und dem Schulleiter der Dr.-Kurt-Blindow-Schulen, Rüdiger Maxim, zu einer großen Typisierungsaktion aufzurufen. Unter dem Motto "Bückeburg - eine Stadt lässt sich typisieren" sollen möglichst viele Bückeburger dazu bewegt werden, sich fünf Milliliter Blut abnehmen zu lassen und sich damit typisieren lassen. Gleichzeitig soll mit der Unterstützung unserer Zeitung eine groß angelegte Aufklärungs- und Spendenaktion gestartet werden. Denn: Eine einzige Typisierung kostet 50 Euro. "Wir wollen, dass jeder Bückeburger, der will, sich auch typisieren lassen kann, auch wenn er die 50 Euro nicht aufbringen kann", so die Initiative unisono. Als kompetenten Partner hat sich der Initiativkreis die DKMS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Dresden, ins Boot geholt. Und auch der Termin für die Aktion steht bereits fest: Am Sonnabend, 19. April, kann sich im Palais an der Herminenstraße von 11 bis 16 Uhr jeder typisieren lassen. Die Dr.-Kurt-Blindow-Schulen stellen ihre Gebäude kostenlos zur Verfügung. Auch Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe war zusammen mit Fürstin Nadja sofort bereit, mitzumachen. Das Fürstenpaar hat die Schirmherrschaft übernommen, will mit eigenen Aktionen dafür sorgen, dass genügend Spendengelder zusammenkommen. Der Fürst hat bereits einschlägige Erfahrungen, stellte er doch bereits das Schloss für eine Typisierungsaktion für ein Kind zur Verfügung. Ebenso wie der Initiativkreis bei Fürst und Blindow-Schule auf offene, Ohren stieß, erklärten sich viele Angesprochene spontan bereit, mitzumachen. Firmen und Einzelpersonen sagten namhafte Summen im vierstelligen Bereich zu; der Lionsclub spendet 2500 Euro aus seinem internen Schinkenessen, die Hofreitschule übergibt den gesamten Erlös der Ostermontags-Vorstellung an die Aktion und die Blindow-Schulen organisieren einen Sponsorenlauf. Der VfL sowie das Bürgerbataillon werden mit freiwilligen Helfern und das DRK mit seinem Wissen und Material aus diversen Blutspendeterminen dabei sein, mit seinem Sozialdienst voraussichtlich für Essen und Getränke sorgen. Was die Aktion jetzt noch dringend braucht, sind Helfer mit Fachkenntnissen:Ärzte, Krankenpfleger oder Rettungsassistenten, die die Befähigung haben, Blut abzunehmen. "Zwei mal 20 ausgebildete Personen brauchen wir", so Angela Hagel, die sich um die medizinische und soziale Seite von "Bückeburg - eine Stadt lässt sich typisieren" kümmert. Außerdem werden 80 "Schreiber" gebraucht, die die Daten der Blutspender aufnehmen. In den kommenden Tagen will Angela Hagel daher alle Bückeburger Ärzte, Zahnärzte und Apotheken anschreiben und zum Mitmachen bewegen. Das Krankenhaus Bethel soll ebenso ins Boot geholt werden wie die Heeresfliegerwaffenschule mit ihrem medizinischen und militärischen Personal. Alles in allem: "Wir wollen möglichst viele typisieren." Mit einem Vorurteil räumte Harmening gleich zu Beginn auf: "Typisieren tut nicht weh." Auch wenn man später als Stammzellenspender in Betracht kommt, ist längst nicht mehr eine Knochenmarkpunktion nötig. Wie bei der Typisierung wird potenziellen Spendern Blut abgezapft, aus dem die Stammzellen für die Transplantation am Erkrankten gewonnen werden. Wer mitmachen oder spenden möchte, hier Ansprechpartner und Kontonummer. Angela Hagel: Telefon (0 57 22) 2 55 67, E-Mail: "angelahagel@teleos-web.de". Das Spendenkonto: Sparkasse Schaumburg, Bankleitzahl 255 514 80, Kontonummer: 321 910 200, Spendenquittungen stellt die DKMS aus.



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