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Ortsrat verfolgt Entwicklung des Hafengebietes mit hochwachen Augen / Kritischer Unterton

Brummis sollen nicht durch Cammer rollen

Cammer (bus). Unter den lokalpolitischen Vertretern Cammers ist nach wie vor ein kritischer Unterton nicht zuüberhören, wenn die Gespräch auf das in Konzeption befindliche Hafen- und Gewerbegebiet Päpinghausen kommen. Während der jüngsten Ortsratssitzung wurde deutlich, dass die Cammeruner, obwohl das Vorhaben ihrer Ansicht nach "insgesamt wohl nicht mehr zu verhindern" ist - Ortsbürgermeister Friedrich Rösener: "An der Standortfrage können wir nichts mehr drehen" - den Fortgang der Planungen mit hochwachen Augen verfolgen.

veröffentlicht am 03.03.2007 um 00:00 Uhr

Cammeruner Variante: Friedrich Rösener schlägt die Abkopplung de

Für die Entwicklung des Großprojekts, über dessen Realisierung der Detmolder Regionalrat zu entscheiden hat, sind inzwischen mehrere die Landesgrenze von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen überschreitende Pflöcke eingeschlagen worden. Die wesentlichen Vorgaben der Entwicklungsschritte stehenin einem Eckpunktepapier, das bei einer Zusammenkunft der vier zuständigen Hauptverwaltungsbeamten formuliert wurde. Mit am Tisch: Heinz-Gerhard Schöttelndreier (Landrat Schaumburg) und Reiner Brombach (Bürgermeister Bückeburg) für Niedersachsen sowie Wilhelm Krömer (Landrat Minden-Lübbecke)und Michael Buhre (Bürgermeister Minden) für NRW. Das Quartett beschloss die Einsetzung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, in der die Rahmenplanung für das gesamte Gebiet erarbeitet werden soll. Bezüglich dieser Verhandlungen forderte Rösener von den niedersächsischen Vertretern eine "knallharte" Vorgehensweise. "Stadt und Landkreis müssen härtere Geschütze zum Schutz der Cammeruner Bürgerschaft auffahren", gab der Ortsbürgermeister zuverstehen. Bückeburgs Bürgermeister Brombach habe der Ortschaft seine Unterstützung versprochen. Rösener: "Wehe, er geht davon ab." Gegenwärtig gilt das Hauptaugenmerk der Lokalpolitiker der Vermeidung von dauerhaften Schwerlasttransporten durch ihre Ortschaft. Was sich als äußerst diffizil erweist. Bückeburgs Stadtplaner Klaus Wolter teilte dem Ortsrat mit, dass er diesbezüglich von zuständiger Stelle eine Auskunft erhalten habe, "die wir nicht hören wollten". Soll heißen: Die zur Diskussion stehende Kreisstraße "Dankerser Straße" sei gewidmet als " überregionale Straße, die überregionalen Verkehr aufnehmen muss". Und das schließe Beschränkungen hinsichtlich der Tonnage aus. Rösener wäre nicht Rösener, falls er nicht auch in diesem Diskussionspunkt, an dem sich alle Ortsratsmitglieder und während einer Sitzungsunterbrechung auch etlicher der zahlreich erschienen Zuhörer beteiligten, einen Ausweg parat gehabt hätte. Der Ortsbürgermeister führte die Anschaffung eines Uralt-Treckers ins Feld, der von 2012 an mit einer Höchstgeschwindigkeit von fünf Kilometer pro Stunde tagein tagaus auf der Dankerser Straße unterwegs sein könnte. Darüber hinaus machte der Ortsbürgermeister auf einen Einwurf aufmerksam, den er beim "Scoping-Verfahren" (eine von der Detmolder Bezirksregierung verwendete Bezeichnung, die der deutschen Sprache hohn spottet, dessen ungeachtet aber "gemäß § 15 Absatz 3 des NRW-Landesplanungsgesetzes der Abstimmung des Untersuchungsumfanges der Umweltprüfung und des Detaillierungsgrades des Umweltberichtes" dient) den Detmoldern hat zukommen lassen. "Hier erwarten die Bürger von Cammer eine Abgrenzung der Erschließungsstraße von der Durchfahrt durch Cammer", teilt Rösener den Entscheidungsträgern mit. Diese Variante beinhaltet den Neubau einer Unterführung unter der parallel zur Bundesstraße 482 verlaufenden Bahnstrecke Minden-Nienburg und eine Abkopplung der (Minden-Lübbecker) Kreisstraße 6 von der (Schaumburger) Kreisstraße 3. "Das würde Cammer völlig von dem in Aussicht stehenden Schwerlastverkehr abkoppeln", erläuterte Rösener. Und gab siegesgewiss und mit zwinkernden Augen zu verstehen: "Das kriegt Landrat Krömer von mir noch ganz genau skizziert, bevor er in Rente geht."



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