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Informationenüber Muckermann

Broschüre ist wieder vorrätig

Bückeburg. Wie bei der Vorstellung der Broschüre zugesagt, hat Bürgermeister Reiner Brombach für einen schnellen Nachdruck der vergriffenen Dokumentation über die Namensgebung der Muckermann-Passage gesorgt. Dieses Heft kann ab sofort im Pfarrbüro der Katholischen Gemeinde am Oberwallweg zum Selbstkostenpreis von fünf Euro bezogen werden.

veröffentlicht am 28.02.2008 um 00:00 Uhr

Die beiden Zeitzeugen, die sich im September 2007 bei der Feier zur Namensgebung der Muckermann-Passage in Bückeburg kennengelernt hatten, trafen sich jetzt in der holländischen Stadt Oldenzaal. Diese beiden, der 1919 geborene Hans Steinhage und der 1938 geborene Hermann Romano Muckermann haben den 1946 verstorbenen Friedrich Muckermann noch gekannt. Hans Steinhage hat von 1934 bis 1940 bei der Herausgabe der Exilzeitung "Der Deutsche Weg" (DDW) geholfen. Romano Muckermann traf seinen Onkel Friedrich während des Weltkrieges im Vatikan. Romano Muckermann berichtet: "Damals hat uns die Wehrmacht (Kesselring) in Rom vor der Gestapo geschützt. Wir (die drei ältesten Kinder) empfingen anlässlich dieses Besuches die Erstkommunion und wurden gefirmt. Onkel Friedrich und mein Vater hatten ein gutes Verhältnis zueinander. Das hing mit der Kriegsverletzung meines Vaters zusammen. Er wurde 1918 bei Paris an der Hand verletzt (blieb verkrümmt) und war durch Einatmen von Gas geschwächt. Onkel Friedrich sorgte dafür, dass mein Vater in ein gutes Lazarett kam." Gemeinsam suchten die Zeitzeugen die Stelle, an der Pater Muckermannüber den Grenzbach Glane nach Holland gegangen war. Romano berichtet: "Mein Vater hatte ihn am 14. Juli 1934 bis hier an die Grenze gebracht und wurde deshalb verhaftet." Nach der Flucht hatte Pater Muckermann zunächst Aufnahme im nahen Redemptoristen Kloster Enschede-Glanerbrug gefunden. Auch diesen Ort suchte man gemeinsam auf; aus dem Kloster ist inzwischen ein Altersheim geworden. Im damaligen Kloster wurden die Weichen dafür gestellt, dass aus der Wochenzeitung "Deutsche Post" bald das von Muckermanngestaltete Blatt "Der Deutsche Weg" wurde. Bei der Herstellung der Wochenzeitung halfen auch Josef Steinhage und seine beiden Kinder Myrcel und Hans. Als 1940 deutsche Truppen Holland besetzten, sicherte die Familie Steinhage die damals bekannteste Exilzeitung für die Nachwelt.



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