weather-image
10°
Die Planung zur oberen Lange Straße erhitzt weitere Gemüter / "Beschlüsse mit Ihrer Stimme gefasst"

Brombach greift Müller an: Falsche Darstellung

Bückeburg (thm). Die politischen Auseinandersetzungen um die Sanierung der oberen Langen Straße im Allgemeinen sowie um die Lage der Bushaltestellen im Besonderen entwickelt sich langsam zur unendlichen Wahlkampfgeschichte. Aktuell beharrt Bürgermeister Reiner Brombach auf einem Statement, in dem er "WIR"-Kandidatin Edeltraut Müller der "falschen Darstellung" bezichtigt.

veröffentlicht am 28.04.2006 um 00:00 Uhr

Vor zwei Wochen hatte sich Müller gegen Angriffe aus dem politischen Raum in der Landes-Zeitung zur Wehr gesetzt. In seinem Schreiben, welches er an Edeltraut Müller gerichtet, jetzt aber auch der Presse zugänglich gemacht hat, erinnert Brombach an die seiner Meinung nach kritikwürdigen Passagen. Dort sei die Rede gewesenvon einem Konzept des Verkehrsplaners Dargel, welches laut Müller zu ihrem Bedauern von Verwaltung und Ratsmehrheit abgelehnt worden war. Außerdem habe Müller gesagt, sie hätte bereits bei der Eröffnung der Straße im Mai 2004 die falsche Planung und die "fehlende Kinder- und Jugendbeteiligung" moniert. Brombach moniert nun seinerseits, im Sommer 2002, als die Planung für den fraglichen Bereich abgeschlossen wurde, habe die Gruppe um die SPD mit Edeltraut Müller als Bürgermeisterin an der Spitze im Stadtrat die Mehrheit besessen. "Sämtliche Beschlüsse zur endgültigen Gestaltung der oberen Langen Straße sind im Juli 2002 mit Ihrer Stimme gefasst worden, ohne dass Sie eine kritische Anmerkung getätigt hätten." Entgegen der Darstellung der heutigen "WIR"-Politikerin seien aber "Anlieger und Schulen" bei der Planung beteiligt worden. Die Grundsätze zur formellen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen habe der Rat jedoch erst "nach Abschluss dieser Planung" beschlossen, nämlich im August 2002. Im weiteren Verlauf seines Schreibens kommt der Bürgermeister auf Müllers Rede zu sprechen, die sie bei der Eröffnung der oberen Langen Straße im Mai 2004 gehalten hat. Darin habe sie "ausdrücklich die Planung und Durchführung der Arbeiten ohne jede Einschränkung gelobt". Brombach zitiert in der Folge einige Passagen, die der LZ-Autor aus der Rede der obersten Repräsentantin der Stadt in seinem Artikel verwendet hatte. Bückeburg sei schöner gewonnen und habe an Attraktivität gewonnen, heißt es da, oder, der Dank der Bürgermeisterin gelte allen in der Planung und Umsetzung engagierten Firmen und Behörden, oder, das wirklich schöne Ergebnis entschädige für Unannehmlichkeiten während der Bauphase. "Spezielldie Mitarbeiter des Bauamtes" habe Müller sehr gelobt. Für den heutigen Bürgermeister ergibt sich aus all dem folgender Schluss: "Durch das Vorstehende wird deutlich, dass Sie aus reiner Effekthascherei heute andere Positionen vertreten, als Sie sie in der Vergangenheit selbst mit beschlossen haben." "Wieder einmal" versuche sie, schreibt Brombach seiner ehemaligen Parteifreundin in Stammbuch, die Verwaltung zu diskreditieren, eine "offensichtlich von Ihnen beabsichtigte Nebenwirkung". Zum Schluss wirft der Bürgermeister Müller noch Differenzierungsprobleme bei "Dichtung und Wahrheit" vor, hofft, dass es ihr gelänge, "in der Hitze des Wahlkampfes" beides "endlich einmal" auseinander zu halten.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare