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Wie die Wohlgerüche entstehen und was die Profis zu Geschmack und Zubereitung sagen

Brodelnde Töpfe mit köstlichem Inhalt

Hameln (gro). Noch bevor die Großküche über den Flur in der Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln erreicht ist, empfangen den Besucher auf dem Gang köstliche Gerüche. Geräusche von klappernden Töpfen, Bestecken und laufenden Küchenmaschinen sind zu hören. Hier findet für den Kochnachwuchs die Kreisjugendmeisterschaft der gastronomischen Ausbildungsberufe statt und zum sechsten Mal der Wettbewerb um den Vogeley-Wanderpokal. Acht Auszubildende aus dem dritten Lehrjahr stellen ihr Können auf die Probe. Der Beste unter ihnen darf den Landkreis Hameln-Pyrmont bei der niedersächsischen Jugendmeisterschaft der Köche in Lüneburg im April 2011 vertreten.

veröffentlicht am 24.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Der Kreisjugendmeister des Jahres 2010, Tim Wilkening, bei der Zubereitung seiner Nachspeise.

Ein Drei-Gänge-Menü sollen die Jungköche aus einem vorgegebenen Warenkorb mit den Hauptbestandteilen Miesmuscheln, Fjordlachs und frischen Orangen erstellen. Erwartet wird eine Vorspeise oder Suppe mit den Muscheln, ein Hauptgericht mit Lachs sowie ein Dessert als Mousse, Crème oder Parfait. Der Kreativität der sieben jungen Männer und der einen Dame sind keine Grenzen gesetzt und sie beginnen gleich nach der Aufgabenstellung mit ihrer Arbeit. Da wird Gemüse gewaschen, geputzt, geschnitten, wird gekocht, gebacken, gebraten, gratiniert, werden Füllungen zubereitet, Eis hergestellt, Crème zubereitet und aus allen Ecken und Plätzen der Großküche wabern Gerüche. Auch den Jury-Mitgliedern Markus Kirchner, Michael Klutt und Siegfried Warm läuft da schon das Wasser im Munde zusammen.

Noch während des Wettbewerbes sagt Juror Markus Kirchner, Küchendirektor des Maritim Airport Hotels Hannover: „Hier kochen einige auf ganz hohem Niveau.“ Bei ihnen sehe er die handwerkliche Fertigkeit und den Respekt vor Lebensmitteln und „das hat für mich den höchsten Stellenwert“. Spitze und Mittelmaß hielten sich hier bei dem Wettbewerb die Waage, meint Michael Klutt, Vorsitzender der Vereinigung Harzer Köche. Natürlich gebe es Höhen und Tiefen, bei zwei Kandidaten frage er sich, ob sie in ihrem gewählten Beruf bestehen können. Generell sei heute in der Ausbildung zum Koch zu sagen, dass das Niveau der Auszubildenden schlechter geworden sei. „Das Individuelle bei vielen fehlt, obwohl der Wille da ist, und das erfreulicherweise mehr als noch vor einigen Jahren.“

Die Meisterschaft hier sei eine Vorstufe zur Prüfung meint Siegfried Warm, langjähriger Vorsitzender des Hamelner Prüfungsausschusses der Köche. Sicherlich seien unterschiedliche Ausbildungsstände festzustellen, dennoch ist er sich sicher: „Diejenigen, die heute hier sind, werden ihren Weg gehen“ und „alles, was hier gekocht wird, kann als Genuss empfohlen werden.“ Sieger des Vogeley-Wanderpokals 2010 wurde Tim Wilkening vom Landgasthaus Specht in Egge. Den zweiten Platz belegt Dennis Rauhut und den dritten Hans Beyer, beide vom Mercure Hotel Hameln.

Gleichzeitig lief auch der Wettbewerb für die Restaurantfachleute und Hotelfachleute. Den ersten Platz gewann Sengül Bayrak vom Restaurant Al-Dar in Hannover vor Dennis Nießner vom Mercure Hotel in Hameln, und den dritten Platz erzielte Tobias Szymanski vom Hotel Stadt Hameln.

Platz eins bei den Hotelfachleuten belegte Denise Ahrens, Hotel Stadt Hameln, gefolgt von Christina Meichler, Mercure Hotel in Hameln und Miriam Ulbricht, Apartmenthotel Hameln. Das beste Team bildeten Tim Wilkening, Christina Meichler und Lisa Gobel vom Hotel Steigenberger.

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