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"Gesteinsgarten" vorm Kleinenbremer Museum installiert / Eröffnung im Sommer

Brocken zwischen Blumen weisen den Weg zurück in die Erdgeschichte

Kleinenbremen (ly). Punktlandung auf der Wiese: Dank eines Baggers stehen auch die letzten von Dutzenden Felsbrocken vorm Besucherbergwerk sowie dem Museum für Bergbau und Erdgeschichte. Der "Gesteinsgarten" ist damit installiert, ein Meilenstein geschafft.

veröffentlicht am 09.01.2008 um 00:00 Uhr

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"Das war Präzisionsarbeit", atmete Museumsleiter Dr. Gerhard Franke auf. Andreas Held und Andreas Kaßner hätten viel Geduld und Einfühlungsvermögen in die unterschiedlichen Arrangements bewiesen. "Die Kolosse mussten auf den Zentimeter genau zusammengefügt werden." Voraussichtlich im Sommer wird die Präsentation der Öffentlichkeit übergeben. Gezeigt werden sollen die Kaventsmänner inmitten einer blühenden Frühlingswiese, die freilich noch angelegt werden muss. Unterstützung zugesagt haben die örtliche Grundschule sowie der Heimatverein Kleinenbremen, dessen Vorsitzender Walter Caselitz das Setzen der letzten Gesteinsbrocken und Findlinge beobachtete. Geschotterte Wege sind bereits angelegt. Damit man auch etwas lernt, folgen demnächst Schautafeln. "So wollen wir das Verständnis für Prozesse der Erdgeschichte im Erscheinungsbild unserer Landschaft erleichtern", erklärt Dr. Franke, der nicht nur die Ausstellung des Museums bereichert sieht, sondern darüber hinaus "ein echtes Stück Heimatpflege". Deutlich gemacht würden wesentliche naturräumliche Strukturen der Region. "Mit dieser Präsentation unterstreichen wir unseren Anspruch als Regionalmuseum." Bis zur offiziellen Eröffnung des Gartens soll außerdem eine Saurierfährte in verfestigtem Meeresboden hinzukommen. Geordnet ist das (gespendete) Gestein in mehreren Gruppen nach Fundorten in der Region. "Besucher gewinnen einen Eindruck von Verbreitung und Vielfalt", so Dr. Franke. Die Mehrzahl der Brocken wiegt mindestens 1000 Kilo. Ein Findling aus Südschweden, der an die vier Milliarden Jahre alt sein dürfte und zur Urmasse der Erde gehört, bringt es sogar auf zehn Tonnen. Bei allen Exponaten handelt es sich um typisches Gestein der Landschaft um die Porta Westfalica, das aus der Region stammt oder dort gefunden wurde. Zu sehen ist etwa grobkörniger Porta-Sandstein, wie er beim Bau von Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Mindener Rathaus zum Einsatz gekommen ist, oder feiner Obernkirchener Sandstein aus den Bückebergen, bis heute ein beliebtes Baumaterial von überregionaler Bedeutung. Vertreten sind überdies der Korallenoolith, ein hartes Kalkgestein aus den Kammlagen von Weser- und Wiehengebirge, Erzlinsen aus der Nammer Barbara-Grube, fein sedimentierter Schilf-Sandstein aus dem Vlothoer Bergland sowie versteinerter Meeresboden aus 300 Metern Höhenlage im Wesergebirge. Spender sind zum Beispiel die Steinbrüche Wülpker Egge, Störmer (Wallücke) und Steinbergen. Es macht übrigens nichts, wenn Kinder die Kaventsmänner besteigen. Das ist gewollt.



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