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Roswitha Warnecke unterliegt vor Verwaltungsgericht / "Muss zusehen, wie ich alleine klarkomme"

"Brissago"-Chefin erbost: Kein Kiosk in Hameln

Rinteln/Hameln (wm). Reederin Roswitha Warnecke ist auf der Weser nicht nur die einzige Kapitänin, sondern auch "Einzelkämpferin" mit ihrer "Brissago", die in Rinteln, Hameln und Bodenwerder fährt. Um den Fahrgast auf der Weser konkurrieren in Rinteln außerdem die "Flotte Weser" aus Hameln und die Mindener Fahrgastschifffahrt, die mit einem Raddampfer ebenfalls den Brückentoranleger anläuft. Ein Konkurrenzkampf, der jetzt auch das Verwaltungsgericht beschäftigt hat.

veröffentlicht am 18.09.2007 um 00:00 Uhr

Harter Konkurrenzkampf: Brissago-Kapitänin Roswitha Warnecke hat

Reederin Roswitha Warnecke, die drei Mitarbeiter beschäftigt, wollte am Schiffsanleger in Hameln einen eigenen Kiosk aufstellen, um dort Fahrkarten verkaufen zu können. Die Stadt Hameln hatte abgelehnt, weil der von der Reederin gewählte Standort am Schiffsanleger nicht akzeptabel sei. Kunden, die am Schalter Schlange stehen, würden den Fuß-, vorallem den Weserradweg blockieren. Die Kapitänin und Chefin der "Weser-Personenschifffahrt GmbH" klagte vor dem Verwaltungsgericht Hannover. Das hat jetzt entschieden, die Reederin darf am Schiffsanleger in Hameln keinen eigenen Kiosk aufstellen. Für Roswitha Warnecke ein harter Schlag: "Ich kann meine Karten nirgendwo anders verkaufen als auf dem Schiff. Und da habe ich zwischen Anlegen und Ablegen gerade mal 20 Minuten Zeit." Zu wenig, um Laufkundschaft, also Touristen beim Stadtrundgang, für eine Weserfahrt zur interessieren. Was die Reederin besonders verbittert: Sie habe inzwischen den Eindruck, sie werde von niemandem unterstützt. Die Hamelner Marketing und Tourismus GmbH biete keine Fahrten mit der Brissago an. Der Link auf ihre Webseite (www.weser-personen-schiffahrt.de) sei erst vor kurzem nach einem Bericht im NDR eingerichtet worden, ihre Prospekte würden nicht auf Messen mitgenommen: "Ich muss zusehen, wie ich alleine klarkomme." In Hameln werde behauptet, sie fahre nicht nach Fahrplan, deshalb wisse man nie, wann man ihre Touren anbieten könne. Das sei falsch, erläuterte gestern die Reederin am Telefon. Sie bediene die Linie Rinteln-Hameln-Bodenwerder und dafür gebe es auch einen Fahrplan - nachzulesen im Internet. Nur läge der vermutlich in Hameln bei der Marketing und Tourismus GmbH in der untersten Schublade. Auch Fahrräder würden selbstverständlich an Bord befördert. In der Rintelner Touristinformation am Markt liegen ihre Prospekte aus. Dass dort keine Fahrkarten für die "Brissago" verkauft werden, hat einen anderen Grund: Roswitha Warnecke hatte sich beschwert, weil im Touristbüro auch Karten für die Konkurrenz, die Flotte Weser, zu haben sind. Die Verwaltung hatte ihr danach angeboten, auch sie könne selbstverständlich im Touristbüro buchen lassen. Man habe von der Reederin, so war gestern in der Tourismusinformation zu hören, bis gestern aber keine Antwort erhalten. Roswitha Warnecke versicherte, sie habe in Rinteln viele Stammkunden und lebe vor allem von der Zufriedenheit ihrer Fahrgäste. Es gebe viele Gruppen, Vereine wie Senioren und Firmen, die die "Brissago" regelmäßig jedes Jahr wieder buchten. Auf der "Brissago" hätten schon Hochzeiten wie Jubiläen stattgefunden: "Und das sind Kunden, die wieder kommen."



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