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Hochwasserschutz wird zentrales Thema der nächsten Ortsratssitzung

Bringt die Röserheide den Gelldorfern die Wasserprobleme?

Gelldorf (sig). Es kann viele schöne Sommertage geben und der Regen zur Rarität werden - bei den Gelldorfern bleibt trotzdem eine Sorge aktuell: Was passiert, wenn Obernkirchen mal wieder von einem Sturzregen heimgesucht wird? Nach dem Schnatgang befasste sich der Ortsrat auch in seiner Sitzung am Montagabend wieder mit diesem Thema, weil die Probleme einfach noch nicht ausgeräumt sind.

veröffentlicht am 04.06.2008 um 00:00 Uhr

Ortsbürgermeister Andreas Hofmann machte bei dieser Zusammenkunft im Landcafé Eggelmann deutlich, dass weniger der Regen Ängste auslöst, der in Gelldorf niedergeht, sondern der weiter oberhalb in höher gelegenen Teilen der Bergstadt zusammenkommt. Der kann zum Beispiel den Liethbach in einem solchen Umfang anschnellen lassen, dass "wir da unten", wie Hofmann formulierte, große Probleme bekommen. Beim jüngsten Schnatgang, über den wir berichteten, stand deshalb nicht ohne Grund die Frage im Vordergrund: "Was muss mit dem Liethbach geschehen?" Der Ortsbürgermeister: "Wir haben ein 80-er Kanalrohr gesehen, das hinter dem kleinen Wäldchen beim Regenrückhaltebecken "Am Bleißmer" zu diesem Bach führt und offensichtlich die Flächen aus dem Bereich Röserheide entwässert." Wie groß die Auswirkungen dieser Einleitung bei Starkregen sind - darüber wollte der Ortsrat mehr wissen. Der Leiter des Fachbereichs III (Bau, Planung und Umwelt), Rolf Wischhöfer, konnte anhand von Zeichnungen nachweisen, dass dieses Kanalrohr mit 80 Zentimeter Durchmesser in der Tat die Aufgabe hat, das Oberflächenwasser aus dem Baugebiet Röserheide aufzunehmen. Angelegt wurde der Entwässerungsstrang in den Jahren 1998/99. Am Ziegeleiweg fließt das Oberflächenwasser zunächst in einem offenen Seitengraben bis zum Einmündungsbereich beim Sülbecker Weg. Von dort führt der Regenwasserkanal dann durch die Feldmark zum Liethbach. Heinrich Eggelmann fragte: "Könnte man das Wasser aus diesem Kanal nicht aus Sicherheitsgründen in das Regenrückhaltebecken ,Am Bleißmer' leiten?" Wischhöfer verneinte. Das ginge schon wegen des Gefälles nicht. Andreas Hofmann wollte die Größe des zu entwässernden Einzugsgebietes des Liethbaches wissen. Wischhöfer: "Das sind insgesamt 309 Hektar. Weil die vorhandenen Werte dem Stand des Zeitraumes 1998/99 entsprechen, fragte unsere Zeitung Wischhöfer nach der Möglichkeit, bei einem Wolkenbruch aktuellere Daten zu ermitteln. Für diesen Zweck könne man dort, wo das Wasser aus dem Kanalrohr in den Liethbach fließt, eine Messuhr anbringen, lautete die Antwort. Dann ließe sich präzise feststellen, wie viele Kubikmeter in einem bestimmten Zeitraum austreten. Ortsvorsteher Achim Pohl fragte in diesem Zusammenhang: "Am Gelldorfer Weg soll hinter dem Pastorenhaus mal eine Pumpstation gewesen sein?" Eggelmann sorgte für Aufklärung: "Diese Station war für das Klärwerk in Vehlen angelegt worden. Die dazu gehörende Kanalstrecke ist vor 15 Jahren stillgelegt worden." In seiner nächsten Sitzung wird sich der Ortsrat gezielt mit dem Hochwasserschutz befassen. Die Resultate sollen dann im Fachausschuss behandelt und im Rat eingebracht werden. Vorweg geht jedoch ein eingehendes Gespräch mit den Fachleuten im Bauamt, das für die nötigen Fakten sorgen soll.

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