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Nur eine Enthaltung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt / B-Plan-Änderung zurückgestellt

Breite Mehrheit befürwortet Zentrenkonzept

Obernkirchen (sig). Die Einwohner der Bergstadt sind gespannt, wie es jetzt mit dem geplanten Einkaufszentrum "Rösertor" weitergeht, nachdem die Planungen schon einige Instanzen überstanden haben. Inzwischen liegt der Bauantrag dem Landkreis zur Entscheidung vor, welcher auch die Änderung des Flächennutzungsplanes genehmigen muss. Eng damit in Verbindung steht das so genannte Zentrenkonzept, das im Auftrag der Stadt erstellt wurde und am Montagabend den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) bei einer Enthaltung durch Horst Sassenberg passiert hat.

veröffentlicht am 12.09.2007 um 00:00 Uhr

Noch verschließt ein Tor die Einfahrt zum ehemaligen Ackemann-Ge

Dieses von einem Erlanger Planungsunternehmen entwickelte Konzept soll dem Rat und der Verwaltung als Richtlinie dienen, wenn es um die Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften geht. Vorgaben dafür liefert unter anderem die Landes- und Regionalplanung. Im Vordergrund stehen natürlich die Sortimente, die zur Grundversorgung eines Ortes gehören, wie Lebensmittel, dazu die Angebote von Apotheken und Drogerien sowie Blumengeschäften, außerdem Büroartikel und Zeitschriften. Natürlich gab und gibt es weiterhin beim Projekt "Rösertor" neben allen Vorteilen eines noch zum Kernstadtbereich zählenden Einkaufszentrums auch eine Reihe von Befürchtungen. Wie "verträglich" ist diese Ansiedlung für die bereits vorhandenen Lebensmittelanbieter wie Marktkauf, Markant und Lidl? Und was wird aus dem Bornemannplatz, wenn der Einkaufsmagnet Aldi dort wegzieht? Fest steht nur: Was Lebensmittel angeht, kann man dann eher von einerÜberversorgung der Bergstadt sprechen. DieÜberlebenschancen aller genannten Geschäfte werden sehr davon abhängen, ob die Obernkirchener dann diese Einkäufe künftig ausschließlich in der Bergstadt vornehmen und dazu nicht noch in Nachbarstädte fahren, was in der Vergangenheit und auch zurzeit noch häufig der Fall ist. Die weitere Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters, zum Beispiel im früheren WEZ-Bereich oder am ehemaligen Lidl-Standort, an dem derzeit ohnehin ein Sportstudio und ein Bistro untergebracht sind, erscheint schon auf den ersten Blick als nicht betrachtenswerte Idee. Auch wenn hier durch den Leerstand des früheren "Löschdepots" wieder Räumlichkeiten frei geworden sind. Nicht ohne Grund erklärte Horst Sassenberg (CDU) in der ASU-Sitzung: "Wir haben keine Chance, auf dem ALDI-Gebiet nach der Verlegung hier etwas Neues in dieser Richtung anzubieten." Und Thomas Stübke (Die Grünen/Bündnis 90) pflichtet ihm bei mit seiner Aussage: "Wir müssen im Rahmen der Vorsorgeplanung Flächen vom Markt nehmen, wie den Bereich des früheren Lidl." Das kann durch eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes "Schäferstraße/Auf der Papenburg (Kleistring)" geschehen. Der Ortsrat Vehlen hatte sich in der vergangenen Woche allerdings dagegen ausgesprochen (wir berichteten). Das umstrittene Thema war im ASU noch nicht beschlussfähig. Die Mitglieder haben die Änderung des Bebauungsplanes zunächst noch zurückgestellt. Offensichtlich soll eine weitere Abwägung stattfinden, ob das Einzelhandelsangebot an der Peripherie der Stadt zu Gunsten der Stärkung des Zentrums eingeschränkt werden soll.



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