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"Dombauhütte" hilft mit, Geld für die bis zu 100 000 Euro teure Sanierung der Fenster in der Stadtkirche zu sammeln

Breit gefächertes Angebot rettet künftigen Durchblick

Bückeburg (mig). An den Kirchenfenstern der Stadtkirche nagt der Zahn der Zeit.Ätzender Taubendreck zerstört Mörtel und die Sandstein-Einfassungen, randalierende Jugendliche bewerfen die Fenster aus dem 19. Jahrhundert mit Steinen. 80- bis 100 000 Euro muss die Stadtkirchengemeinde deshalb insgesamt aufwenden, um das "einzigartige Ensemble" im Herzen Bückeburgs zu restaurieren. Viel Geld, das auch durch Spenden aufgebracht werden soll. Mit der "Dombauhütte" am Rande des Weihnachtsmarktes war die Bevölkerung in die Finanzierung einbezogen worden.

veröffentlicht am 28.12.2007 um 00:00 Uhr

Klaus-Dieter Vogt und Evelyn Frank verkaufen in der Dombauhütte

Dass Bückeburg nach Kölner Vorbild erstmals eine Dombauhütte bekommen hat, geht auf eine Idee von Landesbischof Jürgen Johannesdotter zurück. "Es ist uns allen wichtig, die Geschlossenheit dieses auch aus kunsthistorischer Sicht einzigartigen Ensembles zu bewahren", sagen Klaus-Dieter Vogt und Evelyn Frank, die hier kleine Mitbringsel und Karten verkauften. Das breite Angebot (Karten mit Fenstermotiven, Kalender, Glühwein) hatte viele Besucher an ihren Stand gelockt. "Wir sind mit dem Geschäftsverlauf ganz zufrieden", erläutert Evelyn Frank. "Es darf sich aber jeder Bückeburger angesprochen fühlen, die herrlichen Fenster zu retten." Immerhin werde die Stadtkirche auch von Gästen gerne besucht. Die Fenster der Seitenfronten und der Fassade zeigen fast lebensgroß die zwölf Apostel, das Fenster links vom Altar Maria und Johannes neben Christus und das Fenster rechts Petrus und Paulus bei Christus. Die Fenster wurden nach Entwürfen von Professor Andreas Müller, Düsseldorf, in den Jahren 1875/76 in der Königlich Sächsischen Hof-Glasmalerei in Düsseldorf gemalt. Die Fenster im Altarraum sind Stiftungen von Hermine Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont. Der erstmals eingerichtete Stand ist auch nach dem Ende des Weihnachtsmarktes stehen geblieben. An jedem Sonntag kann man hier Kalender und Wein mit Stadtkirchen-Aufdruck kaufen, außerdem gibt es eine Glas-Replik. Mit Hilfe der durch die Verkäufe erzielten Spenden soll die Maßnahme 2008 abgeschlossen sein; schon in diesem Jahr wurden vier Fenster restauriert. In Zukunft werden die Fenster durch Drahtgitter geschützt.

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