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500 Bückeburger verfolgen die standesamtliche Trauung

Brautpaar in Bedrängnis: "Dürfen wir jetzt heiraten?"

und Thomas Meinecke

veröffentlicht am 29.06.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:48 Uhr

Reiner Brombach denkt auch beim Geschenk der Stadt an deren Wohl
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Bückeburg. 425 Schritte und 48 Stufen führen in ein neues Leben. Als Dr. Nadja Anna Zsoeks und Fürst Alexander zu Schaumbur g-Lippe sich gestern um kurz vor halb zwölf Uhr aufmachten, diese Wegstrecke durch ein Spalier jubelnder Bückeburger hinter sich zu bringen, wartete an deren Ende ein Dritter, der diesen Tag aufgrund ungewohnter Funktion ebenfalls so schnell nicht wird vergessen können: Reiner Brombach, Bürgermeister, Sozialdemokrat, Republikaner durch und durch - und heute Standesbeamter. Er besiegelte in einer halbstündigen Zeremonie im Historischen Ratssaal die Ehe von Fürst Alexander und Dr. Nadja Anna Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, so jetzt der offizielle Name der Braut. "Die Unterschrift war schon etwas länger und ungewohnt", gestand sie später auf Reporterfragen. Ringe wurden im Standesamt noch nicht getauscht, dieses wird erst am Sonnabend während der kirchlichen Trauung in der Stadtkirche geschehen. Vor dem Ratssaal sang der Schütte-Chor den Gospel "This little Light of mine" und "Fahren wir froh im Nachen", so wie es sich das Brautpaar gewünscht hatte. Dann öffnete sich die Tür des Rathauses, ein strahlendes Brautpaar zeigte sich den rund 500 Bückeburgern, Applaus brandete auf, ein Blitzlichtgewitter prasselte auf das glückliche Paar ein. Am Fuße der Rathaustreppe warteten weitere Überraschungen. Die Kinder der Immanuelschule sangen das eigens einstudierte "Viel Glück und viel Segen", schwenkten rote Rosen. Auch das Geschenk der Bückeburger Bürger, das Rosenfeld-Gemälde "Das lebendige Schloss", wurde enthüllt und überreicht. Mitinitiator Stephan Höltershinken übergab zudem einen ansehnlichen Spendenscheck über 2600 Euro; Geld, das nach dem Kauf des Gemäldes übrig geblieben ist und jetzt für einen wohltätigen Zweck in der Stadt zur Verfügung steht. Das Brautpaar: "Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Bückeburger so Anteil an unserer Hochzeit nehmen, wir sind sehr, sehr dankbar." Mir vierminütiger Verspätung war das Brautpaar aus dem Schlosstor gekommen, bedingt durch eine Traube aus Medienvertretern, die ihre ersten Bilder auf den Chip bannen wollten. "Dürfen wir jetzt heiraten?", brach der Fürst das Blitzlichtgewitter ab. Vorneweg - Arm in Arm - ging das Brautpaarüber den Marktplatz gen Rathaus: Dr. Nadja Anna Zsoeks trug ein gelbes Chiffonkleid mit einem Godet-Kragen (ein so genannter "Wasserfallkragen"), darüber ein farblich aufs Kleid abgestimmter Mantel. Timo Leibner, ihr Friseur aus München seit der Schulzeit, sorgte für Nadja Annas perfekt gestyltes Haar. Fürst Alexander trug einen dunkelblauen Nadelstreifenanzug. Im Gefolge hatten sie Eleonore Zsoeks, Mutter der Braut. Und die Trauzeugen: Vera Wagner ist eine Freundin der Braut, beide kennen sich seit dem zehnten Lebensjahr. Ein alter "Buddie" von Fürst Alexander ist Maximilian von Ysenburg und Büdingen, beide sind seit 20 Jahren befreundet. Zur kleinen Traugesellschaft zählten außerdem Fürst Alexanders Sohn Heinrich Donatus, genannt "Teddy", sowie Sophie von Ysenburg und Büdingen, die Ehefrau des Trauzeugen. Fürstin Benita zu Schaumburg-Lippe war nach ihrem Unfall bereits im Rollstuhl ins Rathaus gebracht worden. So wie der Fürst zu Beginn die Presse abgewimmelt hatte, so endete die Trauung. Fotografen und Kamerateams, die dem Paar auf Schritt und Tritt bis vor das Schloss gefolgt waren, beschied er: "Ab hier ist es privat." Sprach's und brauste mit Braut und Hochzeitsgesellschaft mit vier Limousinen in östlicher Richtung davon. Fahrtziel: Stadthagen. Am Stadtwall wurde die Gesellschaft bereits von Susanne und Götz Knauer erwartet. In ihrem vom Gourmetführer "Gault Millau" mit 17 Punkten erstklassig bewerteten Restaurant "Torschreiberhaus" wurde an der festlich eingedeckten Hochzeitstafel ein Drei-Gänge-Menü serviert. Nach dem leichten Auftakt mit glasierter Wachtel auf Steinpilzen mit Ruccola-Pesto an sommerlichen Salaten folgte als Hauptgang Kalbsrücken auf Ochsenschwanzragout mit Lauchquiche. Eine Beerentarte mit Cassismousse und Quarkeis beendete diese fürstlichen Gaumenfreuden - und den ersten Tag der Hochzeitsfeierlichkeiten.



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