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Heute Ende der Produktion / Verkauf und Logistik im Werk noch bis Juni

Braas: Die meisten Facharbeiter haben einen neuen Job gefunden

Rinteln (wm). Der letzte Dachstein im Lafarge-Werk im Industriegebiet Süd, 1959 als Braas-Werk gegründet, ist gestern über das Förderband gelaufen. Schichtführer Ralf Pasek und sein Kollege Rolf Neugebauer haben in den Dachstein das denkwürdige Datum eingeritzt.

veröffentlicht am 29.02.2008 um 00:00 Uhr

Schichtführer Ralf Pasek rollt die letzten in Rinteln genutzten

Die Produktion endete zwar gestern, doch im Werk gibt es noch bis Ende Juni zu tun: Sechs Mitarbeiter der Logistik-Abteilung und mehrere Angestellte wickeln weiterhin den Verkauf der auf dem Gelände gelagerten Produkte ab. Erst dann geht bei Braas das Licht aus. Aber nicht für lange Zeit, schätzt Gesamtbetriebsratsvorsitzender Hans-Georg Küster. Das Gelände sei attraktiv, "im Frühjahr nächsten Jahres ist hier bestimmt wieder Betrieb". Eine Einschätzung, der auch Karsten Eichmann, kaufmännischer Leiter der Werke Rinteln und Petershagen, zustimmt. Das Gelände sei für viele Branchen verwertbar, es gebe auch bereits ernsthafte Interessenten. Details wollte er gestern allerdings nicht nennen. Zuletzt waren im Dachsteinwerk in Rinteln (das organisatorisch zu Petershagen gehört) rund 30 Mitarbeiter und Angestellte beschäftigt. Nur drei von ihnen haben das Angebot angenommen, zum Werk Petershagen zu wechseln, zwei Mitarbeiter gehen in ein Lafarge-Werk in der Nähe von Buxtehude. In Petershagen seien, entgegen einer ursprünglichen Ankündigung, keine Mitarbeiter entlassen worden, schilderte Küster. Die meisten Facharbeiter haben inzwischen einen neuen Job. Einige sind praktisch nur ein paar Häuser weiter gezogen, zu "Polyform", andere zu Firmen nach Hameln gewechselt. Schwieriger sei die Situation bei den angelernten Mitarbeitern, schilderte Hans-Georg Küster. Er und der stellvertretende Rintelner Werkleiter Günther Ludwig stellen dem Unternehmen aber ein gutes Zeugnis aus. Ein externer Berater habe in den letzten beiden Wochen während der Arbeitszeit mit Mitarbeitern trainiert, wie man Bewerbungsschreiben verfasst, und selber mit anderen Firmen Kontakt aufgenommen. Hans-Georg Küster zeigte sich auchmit dem Sozialplan zufrieden, der bereits vor sechs Jahren vom Betriebsrat mit dem Lafarge-Management ausgehandelt worden und Jahr für Jahr fortgeschrieben worden sei: So erhalten Mitarbeiter, die in andere Betriebe wechseln, eine Abfindung und neben anderen Vergünstigungen achtzehn Monate Zuschüsse zu den Fahrkosten. In der Firmenzentrale in Oberursel hat man anscheinend im internationalen Firmengeflecht - die Gruppe beschäftigt 71 000 Mitarbeiter und ist inüber 70 Ländern auf allen Kontinenten tätig - den Standort Rinteln schon halb aus dem Blick verloren. Marketingchef Ralf Krenzin musste gestern bei einem Telefongespräch ein paar Minuten nachdenken: "Rinteln, Rinteln? Ach ja..."



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