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Wahlkampf-Besuche: MdL Runkel hört in Gelldorf und bei Ardagh Glass gute Nachrichten

Bornemann: Millionen-Investitionen bis 2012

Obernkirchen (rnk). 70 Prozent der Deutschen möchten, dass Angela Merkel eine zweite Legislaturperiode als Bundeskanzlerin regiert, in Niedersachsen sehen Umfragen glänzende Ergebnisse für Ministerpräsident Christian Wulff und die CDU am Wahlhorizont - da will auch Dr. Joachim Runkel nicht leugnen, dass die Rahmenbedingungen für seinen ersten Landtagswahlkampf durchaus schlechter hätten ausfallen können: "Es läuft optimal", erzählt der Suthfelder freimütig. Selbst wenn der viel beschworene Wind des Wechsels durch das Land fegen würde, so wäre er immer noch zu schwach, um Runkel aus dem Parlament zu blasen: Listenplatz 16 ist ein sicherer Platz im nächsten Landtag.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:39 Uhr

Joachim Runkel, Beate Krantz, Lutz Weisbecker und Horst Sassenbe

Zwei Wahlkampf-Besuche standen gestern für Runkel an, beide unter der gleichen Voraussetzung: Sowohl bei Bornemann als auch bei Heye Glas gab es in den letzten Monaten gravierende Änderungen. Bornemann hat mit Lutz Weisbecker einen neuen Geschäftsführer, bei Ardagh Glass hat die Ankündigung, die Obernkirchener Verwaltung nach Nienburg zu verlagern und fast 50 Arbeitsplätze zu streichen, für Verunsicherung gesorgt. Bornemann-Chef Weisbecker macht aus seiner Freude kein Hehl, dass er als ewiger Firmensanierer endlich mal einen völlig gesunden Betrieb leiten kann. Sein Vorgänger Dr. Ingo Bretthauer habe "sehr gute Arbeit geleistet, von der Seite her bedaure ich sein Ausscheiden". Zahlen will Weisbecker nicht nennen, schließlich kann auch die Konkurrenz lesen, aber dann überlegt er es sich doch anders: 78 Millionen Umsatz im letzten Jahr, eine richtig gute Umsatzrendite, die mittelfristige Planung sieht im für 2011 einen Umsatz von mindestens 130 Millionen Euro vor. Das Investitionsvolumen beziffert Weisbecker auf deutlich über zehn Millionen Euro bis zum Jahre 2012 - klarer kann ein Bekenntnis zum Standort und zur Eigenständigkeit kaum ausfallen. Probleme gibt es auch: Die Firma wächst zu schnell. Weisbecker: "Eine Firma kann ein Wachstum nur verkraften, wenn ihr auch eine Struktur folgt." Außerdem herrscht in einigen Bereichen Materialknappheit: Von zwei Jahren Lieferzeit spricht der Geschäftsführer. Aber immerhin: Die Auftragsbücher sind voll, man liege 50 Prozent über Plan, sagt Weisbecker und erklärt, wo er für die Zukunft hohe Wachstumsraten sieht: im Food-Bereich. Die Firma Kraft nutzt bereits Bornemann-Pumpen, "auch Ferrero liebt uns". Denn Bornemann habe geholfen, bei der Herstellung von Hanuta ein großes Problem zu beheben. Weil die Haselnussstücke immer wieder die Pumpen im Monatsrhythmus zerstörten, hatte sich Ferrero an die Gelldorfer Firma gewandt: Liefert uns eine Pumpe, die acht Wochen hält - und ihr habt gewonnen." Bornemann habe dann kostenlos die erste Pumpe gestellt - sie habe zweieinhalb Jahre gehalten, erzählt Weisbecker: "Der Trend geht zum Abfüllen." Von einer Auslastung des Obernkirchener Standorts von "100 bis 105 Prozent" spricht eine Stunde später dann Uwe Braun als Geschäftsführer Deutschland der Ardagh Glass. Aber dafür sei die Behälterglasindustrie in den letzten sechs, sieben Jahren auch durch ein Tal der Tränen gegangen. Die Ardagh-Gruppe sei mit 3,4 Millionen Tonnen Produktion, einem Jahresabsatz von 1,3 Milliarden Euro und 7000 Mitarbeitern in acht Ländern ein Konzern, der nach der Übernahme der Rexam-Werke auf Augenhöhe mit den Kunden über Produkte und Preise spreche: Es gehe dabei nicht um "Muskelspiele, sondern es verstärkt die Akzeptanz - und das sichert die Gruppe". Auf dem Markt der Behälterglasindustrie müsse man ein "großer Spieler sein - eine Chance haben Sie nur, wenn Sie eine Macht sind", erklärt Braun. Auf die Verlagerung der Verwaltung geht Braun nur kurz ein: Sicher, eine traurige Entscheidung für den Standort und die Mitarbeiter, aber in Nienburg würden nur die besten und wichtigsten Mitarbeiter beschäftigt - und das könnten durchaus auch Mitarbeiter aus der Obernkirchener Verwaltung sein. Ein Geschäft, eine Marke, ein Team, ein Fokus: Unter diesem Motto agiere Ardagh Glass auf einem durchaus stabilen Glasmarkt, der durch die wachsende Konjunktur vor allem im Bereich Bier und Wein im letzten Jahr gestiegen sei. In Europa werde ein Marktwachstum von ein bis drei Prozent angestrebt. Der Standort Obernkirchen sei der "größte und flexibelste Standort in der Gruppe - schon allein, weil drei Farben in drei Öfen hergestellt werden könnten.

Akzeptanz statt Muskelspiele: Ardagh-Chef Uwe Braun.
  • Akzeptanz statt Muskelspiele: Ardagh-Chef Uwe Braun.
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