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Betriebsrat: "Hervorragende Perspektiven" / 15 neue Arbeitsplätze / Position im Weltmarkt ausbauen

"Bornemann bis Jahresende voll ausgelastet"

Gelldorf (sig). Die Aufwärtstendenzen bei der Johann Heinrich Bornemann GmbH halten an: Nach dem für manche Mitarbeiter etwas überraschend eingetretenen Führungswechsel im Management ist man in der Belegschaft wieder zur Tagesordnung übergegangen. Und die heißt: "Wir wollen unsere Position im Weltmarkt weiter ausbauen." Zurzeit konzentriert man sich besonders auf China mit seiner über eine Milliarde zählenden Bevölkerung. Da bahnen sich ungeahnte Absatzchancen an.

veröffentlicht am 12.05.2007 um 00:00 Uhr

Betriebsratschef Axel Weinert (l.) und Betriebsratsmitglied Hart

Wie schätzt der Betriebsrat die gegenwärtige Situation ein? Immerhin haben sich neben der Geschäftsführung auch die Besitzverhältnisse im Unternehmen erheblich geändert, ausgelöst durch den Ausstieg von "3j", einem der größten Kapitalgeber der Welt. Dieser Investor, der seinen Hauptsitz in England hat, besaß über zehn Jahre 40 Prozent der Anteile des Gelldorfer Pumpenherstellers. Betriebsratsvorsitzender Axel Weinert mit seinem Betriebsratskollegen Hartmut Lange im Gespräch mit unserer Zeitung: "Es war sicherlich ein gutes Zeichen, dass sich dieser Investor eine so lange Zeit an unserem Unternehmen beteiligt hat. In der Regel wechselt er mit seiner Kapitalanlage nämlich schon nach drei bis vier Jahren. Er hat als Geldgeber entscheidend dazu beigetragen, dass wirdie Entwicklung der Multiphasenpumpe vorantreiben konnten." Weinert schob die Information hinterher, dass diese Pumpe sowohlÖl als auch Gas und Sand gleichzeitig fördern könne. Dadurch seien zum Beispiel auf einer Bohrinsel keine verschiedenen Pumpensysteme erforderlich. Der Betriebsratschef: "Wir haben in den letzten Jahren über 200 Multiphasenpumpen verkauft, unter anderem nach Venezuela, Russland, Mexiko und in den Sudan." Der Abschied von "3j" hat keine negativen Folgen für das Gelldorfer Werk. Die Unternehmens-Beteiligungsgesellschaft BWK, eine Tochter der Baden-Württemberger Landesbank, übernimmt 37 Prozent der Anteile (wir berichteten). Die Familie Bornemann besitzt jetzt 52 Prozent und damit die Majorität. Weinert: "Der Vorstandschef der Landesbank hat mit unserem Betriebsrat gesprochen und versichert, dass sich sein Geldinstitut vor allem mittelständischen Unternehmen verpflichtet fühle und sie begleite - und das langfristig. Diese Aussage erfreut uns und gibt allen Mitarbeitern Sicherheit." Auf den ersten Blick wäre das dann auch kein Grund für den etwas überraschenden Abgang von Dr. Ingo Bretthauer gewesen, dem Geschäftsführer, unter dem Bornemann gute Zahlen geschrieben hat. Ein Beweis für die positive Entwicklung sind die 48 Neueinstellungen im vergangenen Jahr, und im ersten Quartal 2007 sind auch wieder 15 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Dr. Ingo Bretthauer habe, so Weinert, im Zusammenhang mit dem Wechsel des Investors den Betriebsrat darüber informiert, dass er eine vertraglich vereinbarte Option besitze, in einem solchen Fall das Unternehmen zu verlassen. Und dazu habe er sich schließlich auch nach sechsjähriger Führungsarbeit entschlossen. Die Familie Bornemann hat danach sehr schnell für eine Nachfolgelösung gesorgt. Über den neuen Geschäftsführer, Diplom-Ingenieur Lutz Weisbecker, sagte Weinert: "Er machte schon bei der Vorstellung eine gute Figur, zeigte sich sehr offen und gesprächsbereit und bot dem neunköpfigen Betriebsrat eine gute Zusammenarbeit an. Er informiert sich in allen Abteilungen, spricht dort mit den Vorgesetzten, aber auch mit Mitarbeitern. Man merkt, dass er aus der Fertigung kommt und sich da auskennt." Inzwischen hat Weisbecker seinen ersten Auslandsbesuch als Bornemann-Geschäftsführer hinter sich. Und der führte ihn zusammen mit dem Fertigungsleiter Kurt Hampel nach China. Der Betriebsratschef: "Dort haben wir seit drei Jahren eine Produktionsstätte. Bislang wurden da Teile gefertigt, in diesem Jahr werden es bereits komplette Pumpen sein, die dann auch im asiatischen Raum verkauft werden. In erster Linie geht es um Lösch- und Ladepumpen für Schiffe, dort werden viele Containerschiffe gebaut." Die beiden Betriebsratsmitglieder schauen angesichts solcher Perspektiven hoffnungsvoll nach vorn. "Wir haben eine ausgezeichnete Auftragslage und sind schon jetzt bis zum Jahresende ausgelastet", bestätigte auch Hartmut Lange.



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