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Kaum Resonanz auf Lehrstellen-Infos im Rathaus / Neuauflage fraglich / Nur Grawi-Schüler kommen im Pulk

"Börse": Die Firmen sind bitter enttäuscht

Bückeburg (tw). "Katastrophe." - So formuliert Gisbert Droste, "Jump!"-Teamleiter Stadthagen, gestern Mittag, Schlag 12 Uhr, seine Zwischenbilanz der sechsten Ausbildungsbörse im Großen Rathaussaal. Nicht anders sehen es auch Mitarbeiter der 18 Betriebe, die an ihren auch mit Azubis bestückten Infoständen auf Schüler warten. Und dabei die meiste Zeit in der Überzahl sind, denn Pennäler finden nur vereinzelt ihren Weg in den Saal.

veröffentlicht am 25.01.2007 um 00:00 Uhr

Schüler sind rares Gut: Azubi Sven Lampe kann Maximilian Linke u

Als Reiner Brombach die Schlussbilanz zieht, ist auch der Bürgermeister desillusioniert: "Die Resonanz ist leider sehr enttäuschend. Wir müssen uns überlegen, ob es noch eine siebte Börse geben wird." Denn es mache keinen Sinn, Schüler mit Angeboten zu beglücken, die sie offensichtlich gar nicht wahrnehmen wollen. Zumal es schon im Vorjahr, als die Jugendlichen noch in Klassen kamen, Klagen von Ausstellern gegeben habe, die da lauteten: "Das Gros greift nur die Werbemittel ab, ist an ernsthaften Gesprächen aber nicht interessiert." "Schade, wenn man bedenkt, was die Firmen für Personal- und Sachkosten auf sich genommen haben, um den Jugendlichen die Entscheidung für einen Ausbildungsplatz zu erleichtern", bedauert Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schaumburg. "Wir haben 600 Schülerinnen und Schüler aus allen Bückeburger Schulen sowie den Schulzentren Helpsen und Obernkirchen eingeladen", rechnet Horst Tebbe vom Bückeburger Stadtmarketing. Bei einer ähnlich großen Zahl von Einladungen seien 2006 rund 300 Schüler gekommen. Schon im Vorgespräch zur gestrigen Ausbildungsbörse habe sich indes gezeigt, dass vor allem die Herderschule das Angebot "eher skeptisch" aufgenommen habe. Bilanz Tebbes am Ende: "Wir hatten ungefähr 150 Schüler." Das Gros davon sei in Begleitung der Eltern am Nachmittag gekommen. "Wir müssen sehen, ob wir die Börse 2008 ganz streichenoder das Angebot auf einen halben Tag reduzieren", so der BSM-Sprecher. "Die Kollegen sind von der Art, wie unsere Schüler diese Angebote aufnehmen, schon seit Jahren entsetzt", erklärt Christiane Marx auf Nachfrage der Landes-Zeitung. Die Rektorin der Herderschule: "Obwohl sie im Unterricht auf die Börsen vorbereitet wurden, haben sie diese oft nur als unterrichtsfreie Zeit gesehen." Deswegen sei an der Schuleentschieden worden, die gestrige Börse nicht in Klassenverbänden zu besuchen. "Dafür haben Einzelne für den Nachmittag mit Firmen Termine gemacht", sagt Marx. Das "intensive Engagement" der Kollegen gelte dem "Jump-Day", denn: "Der passt besser in unser Konzept." Vonähnlichen Erfahrungen berichtet auch Martina Struckmann: "Wir haben früher alle Schüler zu den Ausbildungsbörsen geschickt. Das hat sich nicht bewährt. Sie haben mit Masse Kugelschreiber und Gummibärchen eingesammelt", sagt die Konrektorin der Graf-Wilhelm-Schule. Struckmann indes zieht daraus einen anderen Schluss: "Gestern haben wir nur diejenigen geschickt, die auch wirklich Interesse haben." 25 Schüler seien angemeldet gewesen. "Sie haben sich nach der vierten Stunde auf den Weg gemacht, müssten bis 12 Uhr im Rathaussaal sein", so Struckmann am Telefon. Das sind sie in Lehrerbegleitung dann auch. Die Gruppe ist einer der wenigen "Großverbände", die bei der Börse wahrnehmbar sind - und der sich tatsächlich informiert ...

Gestern Mittag, 12 Uhr, im Großen Rathaussaal: Drei Stunden nach
  • Gestern Mittag, 12 Uhr, im Großen Rathaussaal: Drei Stunden nach Eröffnung der Ausbildungsbörse ist der Ansturm der Schüler auf die Infostände noch immer ausgeblieben. Fotos: tw


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