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WIR-Vorsitzender: Partei-Programme diskutieren / "Erhöhte Kandidaten"

Bögel verlangt Umdenken: "Von den Kardinalfragen wird abgelenkt"

Obernkirchen (rnk). Die Pferde falsch gesattelt sieht Professor Konrad Bögel, Vorsitzender der Gruppe "WIR in Obernkirchen", mit Blick auf den Wahlkampf. Es gehe fast völlig unter, dass nicht der zukünftige eingleisige Bürgermeister die Politik zu bestimmen habe, sondern der Rat der Stadt, in dem der Zukünftige nicht einmal mehr den Vorsitz in Anspruch nehmen dürfe, schreibt Bögel in einer Pressemitteilung über die "Schieflage unserer Wahlvorbereitung".

veröffentlicht am 29.08.2006 um 00:00 Uhr

Daher müsse es in diesem Wahlkampf um die Programme der Parteien gehen, nicht um die Bürgermeisterkandidaten, denn die Wahl des Rathaus-Chefs werde "zufällig" und aus Kostengründen mit der Wahl für die Gemeinde- und Kreistagsgremien verbunden. Bögel erinnert daran, dass aus seiner Sicht für den Bürgermeister nur drei Kriterien gelten müssten: Führungs- und Organisationsfähigkeit in der Stadtverwaltung, die Bereitschaft und Fähigkeit, den demokratischen Entscheidungsgremien - also Rat und Ausschüssen - zuzuarbeiten und die Repräsentationsfähigkeit für die Stadt nach innen und außen. "Leider gehen diese Elemente im Wahlkampf fast unter", bemängelt Bögel: "Die meisten Kandidaten glänzen mit politischen Plänen und simplen Werbeeffekten, als ob sie die drei eigentlichen Kriterien übertünchen wollten." Und die Parteien selbst würden sich mit ihren "Vorhaben" nur wenig aus dem Hintergrund trauen, "um die erhöhten Bürgermeisterkandidaten nicht zu stören". Damit werde diesen "fälschlicherweise" das Feld der Politik überlassen. "Das Gewicht parteiloser Bewerber wird dadurch verfälschend eingeschränkt", meint Bögel, um dann ein eher bitteres Fazit zu ziehen: "Und es sieht so aus, als ob es in Obernkirchen immer so weitergehen solle, indem die Verwaltung die Politik macht und die Politiker mitverwalten dürfen - in einer Art längst überholter Beteiligungsdemokratie." Von den Kardinalfragen werde "hartnäckig" abgelenkt. Noch sei aber zu hoffen, die "derzeitige Einebnung unserer politischen Landschaft zu korrigieren und unsere Kommunalwahl ordentlich vorzubereiten". Bei den sechs Bürgermeisterschafts-Kandidaten müsse der Obernkirchener Wähler "vor allem Redlichkeit, Objektivität, Verlässlichkeit und Freiheit von Klüngel" prüfen, meint Bögel abschließend.

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