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Heye International will keine Stellung zur Entlassung nehmen

Bockhorst: Keine Gründe genannt

Obernkirchen (fox). Der bisherige Finanzgeschäftsführer der Heye International (HI), Josef Bockhorst, ist offenbar aus heiterem Himmel entlassen worden. Diese Information macht nicht nur innerhalb des Unternehmens die Runde. Auch Bockhorst selber hat gestern im Pressegespräch gesagt, dass er sich vor vollendete Tatsachen gestellt sieht.

veröffentlicht am 08.02.2008 um 00:00 Uhr

Kalt geschasst dürfte das umschreiben, was dem HI-Geschäftsführer in der vergangenen Woche widerfahren ist. Wie gestern berichtet, ist der 52-Jährige mit sofortiger Wirkung von seiner Tätigkeit freigestellt worden und scheidet zum 29. Februar aus HI aus. "Mir wurden keine Gründe genannt", sagt Bockhorst, derseit Anfang 2003 in der Position tätig war. Jedoch empfinde er es nicht als ungewöhnlich, wenn sich die Gesellschafter eines Unternehmens von einem Geschäftsführer trennen, sobald diese mit ihm "unzufrieden" sind. Spekulationen über sein Ausscheiden will er nicht öffentlich äußern. Der Petershäger sieht keinen Zusammenhang mit dem neuen Geschäftsführer Dirk Pörtner, der seit Anfang des Jahres bei HI tätig ist. Dieser führe die Vetriebsschiene. Jochen Böllert ist als Hauptgeschäftsführer eingesetzt. Dieser hat gestern keine Stellung zu den Vorgängen bei HI nehmen wollen. Pressesprecher Patrick Edel hatte am Mittwoch telefonisch aus England erklärt: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns jemals dazu äußern werden." Bockhorst bestätigte gestern, dass der geplante Verkauf an einen Finanzinvestor gestoppt worden ist. Mit dieser Nachricht sei zugleich auch seine Kündigung erfolgt. Ob der Verkauf nun gänzlich vom Tisch ist, dazu könne er nichts sagen. Er wisse dies nicht. Jedoch dementiert er auch nicht, dass der Verkaufsschritt seitens der Konzernmutter Ardagh-Glass in Irland möglicherweise nur auf Eis liegt. "Dazu möchte ich mich nicht äußern, meine Situation ist noch nicht ganz geklärt", erklärte Bockhorst. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen Bockhorst und HI außergerichtlich. Er schließt den Klagewegjedoch nicht aus. Eine Rückkehr zum Unternehmen kommt für den 52-Jährigen nicht in Frage. Die Stimmung im Betrieb ist derzeit schlecht, wie aus internen Kreisen zu vernehmen war. Große Teile der 170 Beschäftigten verstehen nicht, weshalb der irische Ardagh-Konzern den Verkauf der profitablen Technologie-Abteilung nun nach knapp zweieinhalb Monaten gestoppt hat. Dieser sollte ursprünglich in diesen Wochen abgeschlossen sein. Der Strategiewechsel des Mutterkonzerns, den Bockhorst gestern angesprochen hat, jedoch nicht erklären wollte, löst in der HI-Belegschaft eine emotionale Achterbahnfahrt aus. Selbst betriebsratsnahe Kreise sehen sich von diesen Entwicklungen überrascht.



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