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Feuerwehrleute erfinden Gerät zur Rettung verunglückter Kameraden

"Bob" schafft sogar Treppen: Hilfe für Atemschutzträger

Nammen (ly). Zwei Szenarien, die morgen Wirklichkeit werden können: Ein Feuerwehrmann mit Atemschutzgerät wird in einem brennenden Haus von Trümmern getroffen und sinkt bewusstlos zu Boden. Oder er erleidet in der Hitze einen Kollaps. Wenn so etwas passiert, zählt bei der Bergung jede Sekunde. Die Atemluft in der Flasche reicht nur für etwa 30 Minuten. Vier Feuerwehrmänner aus der Löschgruppe Nammen haben eine Erfindung gemacht, die Leben retten kann.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 15:57 Uhr

Klein, leicht, wendig: Auf dem "Rettungs-Bob" liegt dessen Erbau

Erstmalsöffentlich vorgeführt wird dieser "Rettungs-Bob" am heutigen Samstag, 28. Juli, beim "Tag der offenen Tür" am Nammer Gerätehaus, Untkenstraße 16. Beginnen soll die Demonstration um 16.15 Uhr. Die gesamte Veranstaltung dauert von 14 bis 19 Uhr. Gebaut hat den "Rettungs-Bob" Carsten Bulmahn, die Idee hatte er zusammen mit Thorsten Kohlmeier, Markus Kohlmeier und Christoph Bulmahn. Mit sämtlichen Geräten auf dem Markt waren die Männer unzufrieden. Bei Löschgruppenführer Thomas Kohlmeier haben sie volle Unterstützung für ihre private Initiative. Worauf kam es an? Das Teil musste klein und leicht sein, außerdem in Gebäuden Hindernisse überwinden können. Ganz wichtig war ein Schutz für die Druckluftflasche (bis zu 300 bar) mit der Atemluft. Dieses Problem haben die vier Tüftler durch eine Aussparung gelöst, welche die Flasche und besonders deren Ventil vor Schlägen schützt. Das Atemschutzgerät muss am verletzten Mann bleiben - logisch. Räder sorgen dafür, dass der Abtransport auf ebenem Grund kräftesparend verläuft. Und dank seiner Kufen kommt "Bob" auch über Treppen oder Schutt. "Der verunfallte Atemschutzträger wird dabei an Kopf und Oberkörper festgeschnallt", erklärt Carsten Bulmahn. Kompakt ist der durchdachte Lebensretter geworden, leicht vor allem wegen des Materials - Aluminium. Auch Frauen, so Markus Kohlmeier nach ersten Tests, könnten damit einen Mann retten. Dazu muss man wissen, dass der Träger eines Atemschutzgerätes außer dem eigenen Körpergewicht rund 25 Kilogramm mit sich herumschleppt. "Bisher war es ein großes Problem, den erschlafften Körper mitsamt der Ausrüstung zu bewegen", so Carsten Bulmahn. Bundesweit habe es in den letzten Jahren mehrere Todesfälle gegeben. Gut möglich, dass die Nammer eine rettende Idee hatten. Gebrauchsmusterschutz beim deutschen Patent- und Markenamt in München haben sie bereits beantragt. Eine niedersächsische Kommune mit mehreren Ortswehren soll Interesse am "Rettungs-Bob" bekundet haben. Umsonst gibt's das guteStück allerdings nicht.

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