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In der Rathaus-Galerie begegnen sich russische, chinesische und deutsche Malweisen

Blumige Aquarelle und experimentelle Wege

Rinteln (ur). Beziehungsreich wurde die jüngste Ausstellungseröffnung der Rathaus-Galerie durch das Bläserduo Martin Borowski (Trompete) und Kim Ermler (Klarinette) von der Kreismusikschule mit dem melancholischen und zugleich pathetischen Titel "Sailing" in einer gelungenen Interpretation eingeleitet, der einst durch Rod Steward zum Welterfolg wurde.

veröffentlicht am 13.09.2007 um 00:00 Uhr

Denn das Auf und Ab der Lebensfahrt, es begleitet auch die Biografien der beiden Künstler, die dort aktuell mit ihren Exponaten vertreten sind: Antonia Li und ihr Sohn Kin Ovanesov, die als ehemalige Bürger der früheren Sowjetunion im Schaumburger Land eine neue Heimat gefunden haben - eine Heimat allerdings, die zumindest für Frau Li und ihre Tochter Tata aus asylrechtlichen Gründen noch kein dauerhaft sicherer Hafen ist. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gab in seiner Eröffnungsansprache dem Wunsch vieler Rintelner nach einem festen Aufenthaltsstatus für alle Familienmitglieder Ausdruck - auch im Hinblick auf die Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Volker Brockmann, der gegebenenfalls den Petitionsausschuss in diesem Verfahren einschalten will. Und beschäftigte sich dann eingehend mit den interkulturellen Einflüssen zwischen russischer, chinesischer und deutscher Tradition, die in den Bildern der beiden Künstler zum Ausdruck kommen. Antonia Li wartet mit blumigen Aquarellen und Zeichnungen voller Harmonie auf, die den Charme laienhafter Naivität nicht immer verleugnen können, wahrscheinlich auch nicht wollen. Dazu kommen einige Collagen und Gedichte aus eigener Feder. Eher experimentelle Wege sucht ihr Sohn Kin Ovanesov, der in seinen Stilmitteln und Techniken ein wesentlich breiteres Spektrum abdeckt. Da Kin schon sein Studium in Bremen aufgenommen hat, konnte er nicht persönlich zur Vernissage kommen - eine Gratulation zu seinem jüngst mit großem Erfolg bestandenen Abitur will der Bürgermeister zu gegebener Zeit nachholen. Zum Abschluss machte Buchholz deutlich: So wie die Exponate etwasüber den Herbst im Herzen aussagen wollen, wünsche ich den Künstlern für den Ausgang des Verfahrens den Sommer im Herzen. "Wer über Demografie spricht, sollte auch über gesicherten Aufenthalt positiv bescheiden - die Bundesrepublik benötigt diesen Zuzug." Frau Li dankte allen, die sich mit Spenden und Unterschriften für ihr Anliegen eingesetzt haben.



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